Schwarzlicht zu »Atzenmusik»

 

 

Theater-AG II des Gymnasiums Lüchow mit selbstgeschriebenem Stück

oel Lüchow. Ein bleiches Gesicht mit breiten Augenringen tritt aus dem Schwarzlicht hervor. Der vernichtend böse Blick richtet sich auf eine Therapeutin sowie drei weitere Mitglieder einer Selbsthilfegruppe, der der Möchtegernvampir Edward Cullen, gespielt von Sidney Stüder, angehört.

»Ist doch krank!» - »Weißt du ja nicht» ist der Titel des selbstgeschriebenen Stücks von zehn Nachwuchsschauspielern des Gymnasiums Lüchow, das sie am Montag im Kunstraum ihrer Schule aufführten. »Die Besonderheit ist, dass jeder eine Rolle spielt, auf die er oder sie Lust hatte», sagt Frank Scheler, Leiter der AG. Aus den Improvisationen sei dann die abgedrehte Handlung entstanden. Die Leiterin der Selbsthilfegruppe, Frau Dr. Sommer, konnte ihren vier kriminell gewordenen Patienten letzen Endes allerdings nicht helfen.

Die Lebensgeschichten der einzelnen Charaktere, wie etwa die des tollpatschig-naiven Hip-pi-Mädchens Lucy oder der paranoiden, ganz in schwarz gekleideten Abby, spielten alle Mitglieder der AG gemeinsam in Rückblenden. So studierte beispielsweise die Tanzgruppe des militanten Tanzlehrers, gespielt von Toke Schöning, im Schwarzlicht eine Tanzchoreographie zu »Atzenmusik» ein. Im komplett abgedunkelten Raum war nur die Bewegung ihrer weißen Hände zu sehen. Das dabei wichtige synchrone Spielen ebenso wie die passende Musik griffen die Jugendlichen während der Aufführung immer wieder auf.

Das Stück bot eine Mischung aus Komödie mit kriminellem Hintergrund sowie einer Parodie auf die »Twighlight»-Reihe. Dafür haben die Schülerinnen und Schüler im vorigen halben Jahr lange und intensiv gerade auch die notwendigen schauspielerischen Techniken, zum Beispiel pantomimische Darstellung, geprobt. Die Häuser-Skyline bei Nacht entwickelte sich im Schwarzlicht zum Wort »Ende» und setzte so einen auch sehenswerten Schlusspunkt.

Bild: Die Theater-AG II des Gymnasiums Lüchow führte am Montag im Kunstraum ein selbstgeschriebene Stück auf. Aufn.: A.-L. Oehlmann

www.ejz.de, ejz vom 09.06.10

"Nicht jeder Wahnsinn ist Unsinn"

Exzentrische Figuren in verworrenem Liebes-Chaos

Theater-AG des Gymnasiums Lüchow spielte »Nicht jeder Wahnsinn ist Unsinn»

oel Lüchow. Eine dicke Hornbrille auf der Nase, einen Schnauzer im Gesicht, riesige Zähne im Mund und dicke Goldketten um den Hals: Anja Milik verkörperte die Figur des Flavio, eines besorgten Bruders, der mit Liebesproblemen zu kämpfen hat, sehr amüsant. In der Komödie »Nicht jeder Wahnsinn ist Unsinn» nach Nick Stöckli entführte die Theater-AG des Gymnasiums Lüchow unter der Leitung von Susanne Marysko die Zuschauer in das Venedig des 16.

Jahrhunderts. Zwei Familien und deren Bedienstete sind in ein verworrenes Liebes-Chaos verstrickt, wie es für die Commedia dell»arte typisch ist. Dabei gehört das Verkleidungsspiel zu den Herzensangelegenheiten. Die exzentrischen Figuren spinnen Intrigen, lügen und verzaubern, um die wahre Liebe am Ende siegen zu lassen.

Die Aufführung begeisterte vor allem durch die Schauspielkunst der ausschließlich weib- lichen Darsteller. Sie zeigten sich in für diese Theaterform klassischen Rollen, wie etwa dem Dottore, dem Pantalone oder der Pasquella. Große Gesten und eine angemessene, laute Sprache gaben den Figuren ihren typischen Charakter.

Alterswürdig und eingebildet präsentierte sich dabei Ronja Kasemi als Capitano Spavento, immer einen Spruch auf den Lippen um seine Person hervorzuheben. Den Gegenpart dazu bildete die Figur der rustikalen Magd Franceschina, gespielt von Marie Elsner, die durch ihr extravagantes Kartoffelschälen auffiel. Die einzelnen Szenen des Stücks wurden immer wieder durch Musikeinspielungen von »17 Hippies» aufgelockert. Das sparsame Bühnenbild füllten die Schauspielerinnen mit ihren weiten Gesten und den verschiedenen Ticks der einzelnen Figuren gekonnt aus.

»Verflucht sei das Alter» und andere Ausrufe trugen zum Witz des Stückes bei. In braun, gold und silber gehaltenen Kostüme und die auffällige Schminke trugen ebenfalls zum Amüsement der Zuschauer bei. Das Publikum verließ nach lebhaftem Applaus nach fast zwei Stunden mit einem Lächeln im Gesicht die Aula.

(www.ejz.de; ejz vom 04.06.10)

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