Erlebnisse auf der Leipziger Buchmesse 2016

Als ich am 17.03.2016 mit einer Gruppe des elften Jahrganges nach dreistündiger Busfahrt endlich das Gelände der Messe erreicht hatte, war ich sofort beeindruckt von der schieren Größe der Gebäude und der Weite der Anlage. Allein das Empfangsgebäude, mit den Sicherheitskontrollen, Umkleidekabinen (für die Cosplayer, mehr dazu später), Schließfächern, Ausgangspunkten von Tunneln, die zu zwei Hallen und dem Hauptgebäude führten, und einem Durchgang zur zentralen Parkanlage, war um ein Vielfaches größer als die Aula unserer Schule. Auch jedes weitere Gebäude wargrößer, besonders das bereits genannte Hauptgebäude, eine Konstruktion aus Glas und Metall, geformt wie ein halb versenkter Zylinder, die sich über hunderte Meter dahinstreckt. In dieser Röhre befinden sich Restaurants, kleinere Lebensmittelstände, Interview-Aufbauten, Vorlesungen, Stände von Parteien und, hier und da verstreut, einige Grünstellen, alles verbunden durch erhöhte Gänge, die auch zu den vier weiteren Hallen der Messe führten.
Ich gebe zu, mein erstes Ziel, ein Ziel auf das ich bereits gespannt war, war die sogenannte Manga-Con, für die die asiatischen Comics eine ganze Halle bekamen. Als ich mit einem Freund zwischen den Ausstellern umherschweifte, wurde ich jedoch enttäuscht, in Hinsicht auf die tatsächlichen Mangas wurde leider wenig angeboten, stattdessen wurde man mit Merchandise-Produkten wahrhaft überschwemmt. Diese Enttäuschung konnte auch das Erlernen des Brettspiels „Go“, das Erleben japanischer Langbögen auf einer eigens eingerichteten Schussbahn und die ständige Präsenz von Manga- und Animefans, die in die Verkleidung ihrer Lieblingscharaktere geschlüpft waren, nicht vollständig dämpfen.
Unter anderem erfuhr ich am eigenen Leib das Tragen einer Oculus Rift, einer Brille, mit der man sich, mit Kopfhörern und in entspannter Umgebung, in eine Welt seiner Wahl versetzen kann, auch wenn diese Welten eher als unschönes Computerspiel erscheinen.
Diese Erfahrung war, zusammen mit einer Vorlesung mit Kocheinlage und einigen interessanten Ständen, das einzig Markante, was mir in Erinnerung geblieben ist, denn mein Büchergeschmack war, auch wenn es viele gute literarische Werke gab, durch kein Buch vertreten.
Später besuchte ich noch den kleinen, mittig gelegenen Park, beherrscht von einem kleinen Teich, knirschenden Kieswegen und Sitzliegen, in denen man den Moment genießen konnte.
Vielleicht empfinde ich in Zukunft die Leipziger, oder auch die Frankfurter Buchmesse als für mich ergiebiger. Bis dahin genieße ich es, ganz entspannt, mir das eine oder andere Buch auszuwählen und mich beim Buchhändler meiner Wahl ein wenig einzulesen.