EJZ-Artikel zu den Weihnachtskonzerten
Voller Staunen
Weihnachtskonzerte im Gymnasium Lüchow
ros Lüchow. „Schließen Sie ihre Augen, lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise." Diese Anregung der Conferenciers galt für „Agi uno vinogatu 5.1/15.0" - eine Lautmalerei per Mikrofon. Der Musikkurs des 12. Jahrgangs führte dabei die Gäste in der Aula des Lüchower Gymnasiums vom Bierfest über eine Schafsidylle an den Meeresstrand, er bewältigte die Klangreise nur mit Stimmlauten und einigen ungewöhnlichen Instrumenten: bei geschlossenen Augen tatsächlich ein entrückendes Erlebnis.
Ansonsten war bei den Weihnachtskonzerten des Gymnasiums am Montag und Dienstag der Gebrauch aller Sinne durchaus angebracht. Denn die Besucher konnten nicht nur klasse Musik hören, sondern dazu ein abwechslungsreiches Treiben auf der Bühne beobachten. Weit über 100 Schülerinnen und Schüler sorgten schon durch die wechselnden Ensembles für viel Bewegung. Dazu nahm ein reiches Showprogramm die Aufmerksamkeit der Besucher gefangen.
Die Instrumentalisten wie das Blechbläser- und das Querflötenensemble waren eher für besinnliche Augenblicke zuständig. Eine überraschende Aussage, zumal die Blechbläser mit „Tochter Zion" und „Jingle Bells" die vielleicht schwierigsten Stücke des Abends anpackten, die ihnen gut gelangen. Trotzdem stahlen die Sängerinnen und Sänger den Instrumentalisten die Show. Vor allem die Solistinnen verstanden sich außer auf ihre gesanglichen Fertigkeiten darauf, mit dem Publikum Kontakt aufzunehmen. Von der wundervollen Schülerband Maggy Lu über „I will follow him" aus „Sister Act" von der Klasse 9b bis zum „White Christmas Rock'n'Roll" des Musikkurses 10/1 reichte der Bogen des Programms. Hervorragende Stimmen, ob als Solisten oder als Background, sorgten in Verbindung mit sicherem Auftreten für so manch ungläubiges Staunen. Bei Mehrfachstartern wie Catharina Schorling, Anja Pethurupillai und Clara Eisenberg stellte sich schon mal die Frage, ob sie noch etwas anderes machen als Musik.
Das Vokalensemble glänzte, unterstützt von Streichern und Klavier, vor allem mit dem „Wintersong" von Sara Bareilles. Der Abiturjahrgang präsentierte sich mit „Whatever" von Oasis in eindrucksvoller Form. Bei diesem durchchoreografiertem Auftritt lag so etwas wie Abschiedsstimmung in der Luft, vielleicht der emotionale Höhepunkt des Konzertes. Beim Abschlusssong „Soon be done" machten Chor, Vokalensemble und Maggy Lu mächtig Stimmung, angeheizt von Clara Eisenberg, die sang, dirigierte und das Publikum zum Mitmachen animierte.
Viel Anerkennung
Gymnasium Lüchow: Bläserkonzert
lr Lüchow. Mit einem vielfältigen Programm eröffneten die Bläser-Ensembles der Schule in der übervollen Aula des Gymnasiums Lüchow den Reigen der drei weihnachtlichen Konzerte. Die Adventsbläser unter der Leitung von Marion Kuenzer, die Bläserklassen 5 bis 7 und das Querflöten-Ensemble, geleitet von Renate Gollub, sowie das Sinfonische Blasorchester des Gymnasiums, das unter Musikschulleiter Gerd Baumgarten musizierte, boten an diesem Abend traditionelle Weihnachtsmusik aus Europa, englische und amerikanische Traditionals, Musik von Händel, Bizet, Tschaikowsky und Saint-Saens. Das Thema des Abends, „Jingle bells - tönt, ihr Glocken" wurde in sechs Variationen und Bearbeitungen zu Gehör gebracht. Die Schülerinnen und Schüler folgten aufmerksam dem jeweiligen Dirigat, beeindruckten durch präzise Einsätze und Disziplin sowie gute Intonation und erzielten musikalisch expressive Ergebnisse. Das Querflöten-Ensemble mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 6 bis 12 war nach einem Jahr Pause erstmals wieder zu hören. Dieses Ensemble wird von Renate Gollub intensiv auf die im Rahmen der 26. Musikwoche Hitzacker geplante Querflöten-Akademie vorbereitet. Eine große Überraschung hielt die stellvertretende Schulleiterin Wilma Busse in ihrer Dankesrede im Namen des Fördervereins des Gymnasiums bereit: Die Spenden des Abends sollten den Musikwochen-Akademien für Querflöte, Klarinette, Trompete und Posaune zu Gute kommen, die im Gymnasium Lüchow von Dresdener Professoren der Musikhochschule Carl-Maria von Weber geleitet werden. Am Schluss des Konzertes waren dafür 800 Euro zusammengekommen - ein sichtbares Zeichen der Unterstützung und Anerkennung.