Bienvenue à Lüchow

Kreisstadt-Gymnasium verabschiedet sich von seinen französischen Gästen aus Céret

rg Lüchow. Kaum etwas wird in Lüchow so eifrig gepflegt wie die Partnerschaft mit dem südfranzösischen Céret. Es gibt einen eigenen Verein, der sich darum kümmert, man besucht sich gegenseitig, und so manche Freundschaft ist in den zurückliegenden 28 Jahren entstanden und hält bis heute.

Und auch die Gymnasien der beiden Kleinstädte sind eng miteinander verbunden, regelmäßig findet ein Schüleraustausch statt. Der dies-jährige endet heute: 17 junge Französinnen und Franzosen reisen via Berlin und Barcelona zurück. Gestern wurden sie im Lesebad des Lüchower Gymnasiums verabschiedet.

Eine knappe Woche hatten sie bei ihren Gastgebern verbracht, gemeinsam mit ihnen Lüchow erkundet, den Unterricht am Gymnasium kennengelernt, waren nach Hamburg und in die Wendlandtherme nach Gartow gefahren. »Es war sehr schön, spannend und interessant hier in Lüchow», dankten einige französische Schülerinnen und Schüler gemeinsam im Namen aller ihren Gastgebern für »die herzliche Gastfreundschaft». Lüchows stellvertretender Bürgermeister Dr. Günther Nemetschek, selbst Lehrer am Gymnasium der Kreisstadt, stellte bei der Abschiedsfeier im Lesebad der Schule die Wichtigkeit des deutsch-französischen Austausches heraus. »Die Europä-ische Union begann mit der deutsch-französischen Versöhnung nach dem Krieg, und die heutige Verbundenheit und Freundschaft ist entscheidend für das Bewältigen der derzeitigen Krise», schlug er den großen Bogen zum Weltgeschehen. Doch die Freundschaft und das gemeinsame Vorgehen, das derzeit Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Sarkozy demonstrieren, sei »undenkbar ohne das Verständnis und die Freundschaft der Menschen beider Länder. Und dafür sind Austausche wie jener zwischen Lü-chow und Céret unerlässlich».

(www.ejz.de)

Ein mobiles Gerät, das Farben erkennen kann

Lüchower Schülergruppen beteiligen sich an der IdeenExpo in Hannover

lr Lüchow. Es ist ein sehr hochwertiges und zudem sehr preiswertes Gerät, das Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lüchow gegenwärtig auf der IdeenExpo in Hannover zeigen. »Entwicklung und Bau eines mobilen Farberkennungssystems» heißt ihr Exponat, das als eines von 20 Projekten von Schulen aus Niedersachsen auf dem Messegelände gezeigt wird.

Wie es in dem Wettbewerb abschneidet, wird sich am Sonntag zeigen, wenn die Sieger geehrt werden.

Das Farberkennungssystem ist die Weiterentwicklung eines »Jugend forscht»-Projektes aus dem Jahr 2007. Die Schülerinnen und Schüler haben ein Gerät entwickelt, das exakt die Farbe eines Gegenstandes anhand der RAL-Liste, einer normierten Farbskala, bestimmen kann. Hierzu wird der Gegenstand nacheinander mit rotem, grünem und blauem Licht beleuchtet, um die Anteile des jeweils reflektierten Lichts quantitativ zu erfassen. Diese Werte werden anschließend zur Bestimmung des Farbtons mit der RAL-Liste abgeglichen. Es kann sogar bestimmt werden, inwiefern Mischtöne von diesen RAL-Tönen abweichen. Das kann zum Beispiel genutzt werden, wenn verblichene Lacke farbgetreu ausgebessert werden sollen.

Betreut wird der Stand auf der IdeenExpo jeweils von sechs Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums sowie durch die Lehrer der Physik-Fachgruppe Peter Fricke, Uwe Steinhäuser und Christoph Ahlswede.

Neben der Standbetreuung nimmt das Gymnasium Lüchow zusammen mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) auch aktiv an dem Wettbewerb »Jugend entdeckt Technik» (JeT) teil, der auf der IdeenExpo von der IHK Hannover und dem Verein Deutscher Ingenieure ausgerichtet wird. Unter dem Namen »Die Gymlübbs» (Gymnasium Lüchow und BBS) stellen sich Finn Engelmann, Adrian Grimm und Timo Nolles vom Gymnasium Lüchow sowie Kai Siebenbrodt, Steffen Kröger und David Becker von den BBS der Herausforderung des Wettbewerbs.

»Die Gymlübbs» sind eine von acht Gruppen der allgemein- und berufsbildenen Schulen aus ganz Niedersachsen, die sich in einer Vorrunde für den IHK/ JeT-Challenge- Cup qualifizieren konnten. Die Aufgabe besteht darin, ein Tourenwagenmodell im Maßstab 1:8 von Benzin- auf Elektroantrieb umzubauen und auf der IdeenExpo in unterschiedlichen Disziplinen rund um das Thema »Energieeffizienz» ins Rennen zu schicken. Dabei wird besonderer Wert auf Eigenentwicklungen gelegt. Ziel ist es, eine Mischung aus Energieffizienz, Beschleunigung und optimaler Straßenlage zu erreichen.

Neben den technischen Herausforderungen müssen die Teams aber auch ein durchgängiges Marketingkonzept entwickeln, um sich und ihre Leistungen sowie die Ergebnisse in der Öffentlichkeit und vor einer Jury präsentieren zu können. Obwohl die Schüler unterschiedlich alt und von verschiedenen Schulen sind, klappt die Zusammenarbeit fantastisch.

Globales Lernen vor Ort

Tag der Begegnung mit Nepalis und Indern im Gymnasium Lüchow - Projekt der »Kurve»

tl Lüchow. Es klingt zu Anfang noch ein wenig holprig, als sich einige Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 a des Gymnasiums Lüchow an den Zahlen von eins bis zehn auf Nepalesisch versuchen. Gelegenheit dazu hatten sie während des »Tages der Begegnung» zwischen dem hiesigen Gymnasium und der »Kurve Wustrow»: Im Rahmen eines dreijährigen Klimaprojekts der Wustrower Bildungsstätte reisten schon Ende August vier Nepalis und sechs Inderinnen und Inder nach Deutschland.

Die Klima- und Menschenrechtsaktivisten und -aktivistinnen wollen nun in einem mehrwöchigen Seminar der Problematik um Klimawandel und Ressourcenknappheit auf den Grund gehen.

Eine Einheit bildete in dieser Woche ein zweistündiger Unterrichtsblock am Lüchower Gymnasium, in dem nicht nur kulturelle und persönliche Fragen im Vordergrund standen, sondern durchaus auch kritische politische Ansätze wie die kontrovers diskutierte Kernenergie. Dabei lernten sowohl die ausländischen Gäste als auch die deutschen Schüler so einiges dazu. »Ich habe ganz andere Eindrücke gewonnen, weil sie uns erklärt haben, wie es wirklich bei ihnen zu Hause ist», zeigte sich die 14-jährige Saskia Nitsche begeistert. Und andersherum gab es ebenso neue Eindrücke: »Wir waren überrascht, wie gut die Schüler sich mit uns auf Englisch verständigen konnten», freute sich Narendra Khatiwada. »Es war eine herzliche und offene Atmosphäre.» Neben dem Austausch zwischen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ging es um die Konflikte durch Klimawandel und Ressourcenknappheit. Das erfreute auch UNESCO-Koordinator Winfried Waldeck vom Gymnasium, der zusammen mit Chaeyenne Schulze von der »Kurve Wustrow» den Tag im Vorfeld geplant hatte: »Weit entfernt geglaubte Umweltprobleme rücken mit dem Austausch näher. Die Schüler sollen die innere Distanz verlieren und merken: Das sind Menschen wie du und ich, eben globales Lernen.» Man wolle mit diesem Bildungsprogramm in die niedersächsischen Schulen gehen, »um den Unterricht einmal auf eine andere Ebene zu bringen und dabei mit unkonventionellen pädagogischen Ansätzen die Schülerinnen und Schüler zu erreichen», ergänzte Schulze das Konzept.

Dass die zehn Süd-Teilnehmer des Seminars überhaupt nach Deutschland kommen konnten, ist dem Engagement von sechs ehemaligen Freiwilligen zu verdanken. Sie waren 2009/2010 in Indien und Nepal und haben nun einen Rückaustausch organisiert. Und sie begleiten jetzt die ausländischen Gäste auf ihrer Bildungsreise durch Deutschland. Neben den Seminareinheiten haben die Gäste auch Gelegenheit, persönliche Eindrücke durch ihren Aufenthalten in Gastfamilien zu sammeln, betonen die Veranstalter. Der »Tag der Begegnungen» sei für beide Seiten ein »voller Erfolg» gewesen.

Nun sucht die »Kurve Wustrow» nach weiteren interessierten Schulen im Umfeld. Mehr Informationen gibt es unter der Telefonnummer (05843) 98710 sowie unter www.reexchange. wordpress.com.

Quelle: www.ejz.de

Amerkia-Austausch

Besuch aus USA

Gymnasium empfing Gäste aus Oregon

nie Lüchow. »Ich kenne Amerikaner, die immer noch denken, dass Deutschland in Ost und West geteilt ist», berichtet Michael Looney. Er ist Schüler an der Highschool in Newberg in Oregon, der Partnerschule des Lüchower Gymnasiums.

Looney ist einer von insgesamt 14 Jugendlichen, die für vier Wochen nach Deutschland gekommen sind - auf Gegenbesuch. Im vergangenen Jahr waren 15 Schülerinnen und Schüler des Lüchower Gymnasiums nach Oregon gereist. Die amerikanischen Gäste begleiteten ihre deutschen Gastgeber im Unterricht oder stellten in Referaten ihr Land und seine Kultur vor, auch an der Realschule und der Grundschule. Tagesausflüge führten sie nach Lüneburg oder nach Wolfsburg in die Autostadt und ins Phaeno. Dabei werden sie von Susan Schiller und Eric Fuchs begleitet, die seit einigen Jahren den Austausch auf amerikanischer Seite organisieren. Die Highschool in Newberg und das Lüchower Gymnasium kennen sich seit 26 Jahren, der Austausch ist besonders bei den deutschen Schülern sehr beliebt. »Wir konnten uns anmelden, und dann wurde ausgelost, wer teilnehmen durfte, weil es zu viele Anmeldungen gab», sagte Marion Volkmer, die Glück hatte. Teilnehmen darf jeder Schüler, jede Schülerin, der oder die die 10. oder 11. Klasse besucht. »Bei uns an der Schule ist die Nachfrage nicht so groß, weil es viel Geld kostet für die Familien, aber das Interesse ist da», berichtet demgegenüber Susan Schiller über die Nachfrage von Seiten der Amerikaner.

»Für uns stehen zwei Dinge besonders im Vordergrund, wenn es um Schüleraustausch geht. Das ist zum einen die Sprache, die gefördert wird, und zum anderen, dass die Kultur besser vermittelt wird», begründet Schulleiter Dr. Rainer Bartho- lomai die Wichtigkeit von Austauschprogrammen. Susan Schiller ergänzt: »Es ist nicht nur einfach ein Austausch, sondern eine intensive Auseinander- setzung mit der Kultur und Geografie des jeweiligen Landes.» Für den 18-jährigen Michael Looney ist der Austausch persönlich ein voller Erfolg, er plant sogar, ein Jahr an einer Universität in Deutschland zu studieren. »Ich genieße es, in Deutschland zu sein, alle Leute hier sind sehr nett und helfen einem», berichtete Looney, der seit dreieinhalb Jahren an seiner Highschool Deutsch lernt und auch deutsche Wurzeln hat. Eine Woche lang werden die Amerikaner noch durch Deutschland und nach Eisenach und Erfurt reisen, bevor sie am 19. Juli wieder zurück in die Heimat fliegen.

Bild: Insgesamt 14 Jugendliche und zwei Lehrkräfte von der Highschool in Newberg in Oregon waren zu Gast am Lüchower Gymnasium. Im Mittelpunkt standen dabei die Sprache und die Auseinandersetzung mit der Kultur. Aufn.: S. Niemann

Quelle: www.ejz.de

Festliches Konzert im Advent

Es ist nun schon beinahe Tradition: Die Bläserklassen und das Sinfonische Blasorchester des Gymnasiums Lüchow eröffnen – gemeinsam mit dem Blechbläser-Ensemble und, neu im Programm, den Teilnehmern der Posaunen-Akademie der Musikwoche Hitzacker – den adventlichen Konzertreigen des Gymnasiums Lüchow.


In ihrem Musik-Workshop,den die Musiklehrer des Gymnasiums alljährlich in Arendsee veranstalten, haben sich die Bläser am Wochenende vor dem 1. Advent intensiv auf dieses Konzert vorbereitet. Neben alten, vielen Menschen wohlbekannten Chorälen, Advents- und Weihnachtsweisen erklingen Stücke aus der Renaissance, Barock und Klassik sowie Arrangements moderner Weihnachtslieder für Bläserklassen: von Giovanni Palestrina bis Peter Herbolz- heimer. Mit diesen Stücken möchten die Schülerinnen und Schüler ihr Publikum auf Advent und Weihnachten einstimmen.


Am 17. und 21. Dezember folgen dann die beiden Weihnachtkonzerte des Gymnasiums. Die Ausgabe der (kostenlosen) Eintrittskarten für diese beiden Konzerte findet am 15. und 16. Dezember, jeweils in den großen Pausen im Sekretariat des Gymnasiums statt.


Renate Gollub

Anerkennung als Unescoschule

dm Lüchow. Darauf haben Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern seit 2004 hingearbeitet. Seit gestern Mittag gehört das Lüchower Gymnasium zum internationalen Netzwerk der UNESCO-Projektschulen.

Deren Bundes- koordinator Volker Hörold überreichte Schulleiter Dr. Rainer Bartholomai und dem UNESCO-Schulkoordinator Winfried Waldeck vom Lüchower Gymnasiums offiziell die Anerkennungsurkunde der UNESCO-Zentrale in Paris. An der Feier des großen Tages des Gymnasiums der Kreisstadt in der Aula nahmen zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik, aus der Verwaltung, der Lüchower Nachbarschulen und von UNESCO-Partnerschulen sowie Gymna-siasten und Eltern teil. Darunter auch die drei Hauptinitiatoren, die Mitte der 2000er-Jahre die Entwicklung zur UNESCO-Projektschule angestoßen hatten: der frühere Schulleiter Berthold Sturm sowie die ehemaligen Elternvertreter Dagmar Schulz und Volker Lieske.

Der Bundeskoordinator des UNESCO-Projektschulen, Vol-ker Hörold, stellte heraus, wie wichtig die Beteiligung am internationalen Netzwerk für das Lüchower Gymnasium ist. Schon auf der Website der Schule sei das sofort zu erkennen. Der Erfahrungsaustausch, die gemeinsamen Aktivitäten und der Kulturdialog nützten allen beteiligten Schulen, führten zu gegenseitiger Wertschätzung.

Landeskoordinator Hans-Jürgen Rickert lobte das besondere Engagement der Lüchower Schule in seinen Grußworten, die Schulleiter Dr. Bartholomai vorlas: Das Gymnasium der Kreisstadt habe den Beweis geliefert, dass es im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen Akzente setzen könne. Schüler, Lehrkräfte und Eltern leisteten weit über die Selbstverständlichkeit hinaus besondere Arbeit. Rickert hob insbesondere das Engagement von UNESCO-Schulkoordinator Winfried Waldeck hervor, den er als agilen Motor des UNESCO-Netzwer-kes bezeichnete.

Der stellvertretende Landrat Otto Schiewe sprach den meis-ten Gratulanten zur Anerkennung des Gymnasiums aus dem Herzen: »Wir sind sehr stolz auf Sie.» Schiewe verdeutlichte, wie wichtig die Verwirklichung der Ziele der UNESCO, der Kultur- und Bildungsorganisation der UN, für die Menschheit ist.

Einen kleinen Einblick in das enorme Engagement, das notwendig ist, um als UNESCO-Projekt-Schule anerkannt zu werden, gaben Schüler und Schülerinnen sowie Lehrkräfte, als sie über Projekte und Initiativen des Lüchower Gymnasiums berichteten, sowie Schulleiter Dr. Bartholomai, der in seiner Begrüßung einen Überblick über die internationalen Kontakte und Projektbeteiligungen gab. Die beiden Oberstufenschüler Yunus Berndt und Thomas Lieske informierten über die Welterbestätte der UNESCO in Hiroshima, wo Gebäude und Denkmale an den Atombombenabwurf der USA am 6. August 1945 erinnern. Alice Krull und Tabea Nimz stellten ein anderes UNESCO-Weltkulturerbe, die Osterinsel, vor. UNESCO-Schulkoordinator Winfried Waldeck berichtete über den Euro-Arabischen Dialog, an dem auch Lüchower Gymnasiasten teilnahmen und -nehmen. Zudem wird das Thema Orient vielfach im Unterricht behandelt. Lehrerin Barbara Reimpell-Scheich gab ein Beispiel für lokaes Handeln, als sie das Projekt NaviNatur darstellte, bei dem das Gymnasium mit mehreren Schulen in der Elbtalaue kooperiert.

Viel Applaus hörten die Mitglieder der Schulband »Maggy Lu» für ihre musikalische Umrahmung der Feier, die mit einem Empfang und Imbiss im Konferenzzimmer des Gymnasiums ausklang.

Bild: Schulleiter Dr. Rainer Bartholomai (links) und UNESCO-Schulkoordinator Winfried Waldeck (rechts) freuen sich über die offizielle Anerkennung des Lüchower Gymnasiums als internationale UNESCO-Projektschule. Bundeskoordinator Volker Hörold hatte die Urkunde der UNESCO-Zentrale in Paris zur gestrigen Anerkennungsfeier mitgebracht. Aufn.: D. Boick

 

www.EJZ.de, 18.08.2010

Schwarzlicht zu »Atzenmusik»

 

 

Theater-AG II des Gymnasiums Lüchow mit selbstgeschriebenem Stück

oel Lüchow. Ein bleiches Gesicht mit breiten Augenringen tritt aus dem Schwarzlicht hervor. Der vernichtend böse Blick richtet sich auf eine Therapeutin sowie drei weitere Mitglieder einer Selbsthilfegruppe, der der Möchtegernvampir Edward Cullen, gespielt von Sidney Stüder, angehört.

»Ist doch krank!» - »Weißt du ja nicht» ist der Titel des selbstgeschriebenen Stücks von zehn Nachwuchsschauspielern des Gymnasiums Lüchow, das sie am Montag im Kunstraum ihrer Schule aufführten. »Die Besonderheit ist, dass jeder eine Rolle spielt, auf die er oder sie Lust hatte», sagt Frank Scheler, Leiter der AG. Aus den Improvisationen sei dann die abgedrehte Handlung entstanden. Die Leiterin der Selbsthilfegruppe, Frau Dr. Sommer, konnte ihren vier kriminell gewordenen Patienten letzen Endes allerdings nicht helfen.

Die Lebensgeschichten der einzelnen Charaktere, wie etwa die des tollpatschig-naiven Hip-pi-Mädchens Lucy oder der paranoiden, ganz in schwarz gekleideten Abby, spielten alle Mitglieder der AG gemeinsam in Rückblenden. So studierte beispielsweise die Tanzgruppe des militanten Tanzlehrers, gespielt von Toke Schöning, im Schwarzlicht eine Tanzchoreographie zu »Atzenmusik» ein. Im komplett abgedunkelten Raum war nur die Bewegung ihrer weißen Hände zu sehen. Das dabei wichtige synchrone Spielen ebenso wie die passende Musik griffen die Jugendlichen während der Aufführung immer wieder auf.

Das Stück bot eine Mischung aus Komödie mit kriminellem Hintergrund sowie einer Parodie auf die »Twighlight»-Reihe. Dafür haben die Schülerinnen und Schüler im vorigen halben Jahr lange und intensiv gerade auch die notwendigen schauspielerischen Techniken, zum Beispiel pantomimische Darstellung, geprobt. Die Häuser-Skyline bei Nacht entwickelte sich im Schwarzlicht zum Wort »Ende» und setzte so einen auch sehenswerten Schlusspunkt.

Bild: Die Theater-AG II des Gymnasiums Lüchow führte am Montag im Kunstraum ein selbstgeschriebene Stück auf. Aufn.: A.-L. Oehlmann

www.ejz.de, ejz vom 09.06.10

Theateraufführung am Gymnasium Lüchow

Die Theater-AG unter Leitung von Frau Marysko präsentierte ihr neuestes Stück unter dem Titel

"Nicht jeder Wahnsinn ist Unsinn"

Dem Erfolg auf der Spur

Studenten und Professoren aus Oldenburg zu Gast im Lüchower Gymnasium

rg Lüchow. Das Lüchower Gymnasium ist beim Wettbewerb »Jugend forscht» eine feste Größe. Kaum ein Jahr, an dem nicht einer der vorderen Plätze an die Bildungseinrichtung der Kreisstadt geht.

Besonders anschaulich zeigt sich dieser Erfolg im Physikraum im Neubau der Schule: Die Urkunden über erfolgreiche Teilnahmen an »Jugend forscht» füllen dort eine ganze Wand. Mittlerweile ist das Lüchower Gymnasium als Hochburg in Sachen »Jugend forscht» weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Und nicht selten wird gefragt: Woher kommt dieser eigentlich Erfolg? Diese Frage stellt man sich auch an der Universität Oldenburg, und um dem vermeintlichen Geheimnis auf den Grund zu gehen, besuchten am Donnerstag Lehrende und Lernende der Hochschule das Gymnasium, um sich einmal zeigen zu lassen, woher der Erfolg kommt.

Eine kleine Messe hatten die Schülerinnen und Schüler im sogenannten Lesebad des Lü-chower Gymnasiums aufgebaut, angeleitet von Lehrer Peter Fricke, der seit vielen Jahren die Lüchower »Jugend-forscht»-Wettbewerbsbeiträge betreut. Unterstützt von der Stiftung »NiedersachsenMetall», präsentierten die Schüler insgesamt zehn Einzelprojekte, mit denen sie in den vergangenen Jahren an dem Wettbewerb teilgenommen hatten. Doch nicht allein die Gäste aus Oldenburg erhielten an diesem Tag einen Einblick in die Arbeiten: Die Messe war von den Schülern so gestaltet worden, dass sich auch jüngere Schüler dort alles ganz genau anschauen konnten. Und natürlich auch Erklärungen zu den Projekten bekamen, und zwar von den Schülern, die die Projekte entwickelt hatten.

Zu sehen gab es unter anderem beleuchtete Federbälle, eine mobile Apparatur zur Farb- erkennung, ein selbstentwickeltes Notrufsystem und vieles mehr. Und auch ein Projekt, das in der kommenden Zeit »voll einschlagen wird», wie Peter Fricke nicht ohne Stolz berichtete: ein so genannter Startschuh für Kajaks und Kanus. Die elektronisch gesteuerte Vorrichtung soll bei sport- lichen Wettbewerben den Start der Boote erleichtern, sie an der Startlinie fixieren und dafür sorgen, dass alle gleichzeitig und aus der gleichen Position heraus ins Rennen gehen können. Und: Schon bei der nächsten Euro-pameisterschaft soll das System zum Einsatz kommen.

Aber warum ist das Lüchower Gymnasium nun so erfolgreich bei »Jugend forscht»? Das sei eigentlich ganz einfach, erläuterte Peter Fricke den Gäs-ten aus Oldenburg. Zum einen, so Fricke, nehme man sich so gut wie immer ganz praktischer Probleme an, für die es dann eine Lösung auszuarbeiten gelte. Sei es »die Schwäche einiger Lehrkräfte, schwarz von dunkelblau zu unterscheiden» oder das Vermessen eines verschollenen Brunnens. Und »wir fixieren uns bei den Projekten nicht allein auf Elektrik, Mechanik oder auf computer- gesteuerte Prozesse», betonte Fricke. Vielmehr versuche man, alles miteinander zu kombinieren. Das verspreche nämlich zum einen gute Ergebnisse, sorge aber zum anderen dafür, dass die Projekte »spannend bleiben, dafür, dass die Schülerinnen und Schüler Spaß daran haben». Denn das sei auch ein ganz wichtiger Punkt: »Vieles passiert ja nicht im Unterricht, sondern danach. Dafür braucht es Engagement», stellte Fricke heraus. »Und das nur, wenn es Spaß macht.»

(EJZ; 14.05.10)

Benefiz für den Steinway

Konzert im Gymnasium Lüchow: Schülerinnen und Schüler sammeln Spenden

gel Lüchow. Elton John favorisiert ihn, und auch Billy Joel schätzt seine Klaviatur besonders: die des Steinway-Flügels. Ein solcher hat auch Generationen von Schülern und Schülerinnen durch den Musikunter-richt des Lüchower Gymnasiums begleitet.

Aber das gute Stück ist in die Jahre gekommen -rund 75 dürften es mittlerweile sein. Der Flügel muss komplett überholt werden. Ein Teil der dafür womöglich notwendigen 10000 Euro soll jetzt über ein Spenden-Konzert der Schülerinnen und Schüler hereinkommen.

Denn die greifen am Mittwoch, dem 19 Mai, zu den Ins-trumenten. Ab 19.30 Uhr werden rund 20 Kinder und Jugendliche überwiegend solo auf- treten - unter anderem eben auch am Steinway-Flügel. Zu hören sein werden Klassik, Blues, Pop und Filmmusiken. Für das Schüler-Konzert in der Gymnasium-Aula ist der Eintritt zwar frei -aber selbstverständlich erhoffen sich die Veranstalter viele Spenden, damit der Steinway-Flügel danach auch etwas davon hat.

Angeregt und angeschoben habe die Aktion der Förderverein des Gymnasiums in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Lions-Club, erzählt Musiklehrerin Marion Kuenzer. Sie organisiert zusammen mit ihren Fachkollegen Renate Gollub und Harald Faescke dieses Spenden-Konzert.

(EJZ; 14.05.10)

Kontakte sind wichtig und schön

pw Lüchow.Der Haarkranz von Julia Timoschenko, der Fußballverein Dynamo Kiew, Tschernobyl und der Eisenstein-Film »Die Treppe von Odessa» seien Dinge, die einem spontan einfielen, wenn man an die Ukraine denke, sagt Alexander Haase-Mühlner junior. Aber: »Ist das die Ukraine? Was wissen wir über die Ukraine?», fragte der Geschichtslehrer am Montag beim Ukraine-Abend im Lüchower Gymnasium.

Den Abiturienten des Geschichts-Leistungskurses jedenfalls fällt seit dem vergangenen Sommer sehr viel mehr als diese Schlagworte ein, denn sie unternahmen ihre Kursfahrt in das osteuropäische Land. »Wir haben es gewagt; wir waren weit weg», ging Haase-Mühlner auf die gefühlte Entfernung zwischen Deutschland und der Ukraine ein, nur um anschließend zu konstatieren, dass Odessa auch nicht weiter entfernt sei als Mallorca. Das Gefühl der Distanz komme wohl durch den »imaginären Vorhang», der noch immer in vielen Köpfen vorhanden sei. Mit dem Ukraine-Abend wolle man dazu beitragen, diesen Vorhang wegzuschieben. Und so gaben zunächst die Abiturienten mit Hilfe ihrer Schnappschüsse einen sehr lebendigen Bericht ihrer Reise, die sie über Polen zunächst nach Lemberg, dann nach Odessa und Kiew führte. »Das war echt mal ein Erlebnis; kann man nur empfehlen. Die Leute waren wirklich nett», lautete das Fazit der jungen Deutschen. Zu den »netten Leuten» gehören auch die Studentinnen der Taras-Schewtschenko-Universität, die die Lüchower in Kiew kennengelernt hatten und die von Sonnabend bis heute zum heutigen Freitag zu Besuch im Wendland waren. Deren Professorin Dr. Maria Iwanytska betonte, wie wichtig diese Einladung nicht nur wegen der Spracherfahrung für die angehenden Übersetzerinnen sei: »Auch die menschlichen Kontakte sind sehr wichtig und schön.» Vertieft wurden die bei dem Ukraine-Abend auch durch die Präsentation der Studentinnen, bei der deutlich wurde, wie stolz die jungen Frauen auf ihr Land, dessen Geschichte und Traditionen sind. »Kiew ist zu jeder Jahreszeit schön», sagte eine Ukrainerin über die Hauptstadt des zweitgrößten osteuropäischen Staates, der auch jungen Menschen einiges zu bieten habe: So finde alljährlich auf der Krim in einer imaginären Partyrepublik vier Wochen lang »die längste Party der Welt» statt. Die Interessen junger Menschen in der Ukraine unterscheiden sich kaum von denen in Deutschland, glauben die Studentinnen: »Sie studieren und amüsieren sich.» Anders als in Deutschland fühlen sich die jungen Ukrainer aber auch Traditionellem wie den Trachten, Volkstänzen und -liedern ihres Landes verbunden. So beendeten die Studentinnen ihren Ländervortrag mit zwei Volks- tänzen, zu denen sie unter anderem Alexander Haase-Mühlner und Schulleiter Rainer Bartholomai aufforderten. Die vielen Besucher stellten anschließend zahlreiche Fragen, etwa zur Politik der Ukraine oder der Bedeutung, die Familie in dem osteuropäischen Land hat. Während ihres Aufenthalts im Wendland nahmen die Ukrainerinnen unter anderem am Unterricht teil, lernten bei einer Rundfahrt das Wendland kennen und besuchten Hamburg. Möglich geworden war der Besuch durch die Unterstützung der Stadt Lüchow, des Lions-Clubs Lüchow-Dannenberg, eines Berliner Reiseunternehmens sowie des Fördervereins und Sozialfonds des Gymnasiums Lüchow. Mit dem Verkauf von Kuchen haben die Abiturienten zudem 300 Euro eingenommen.

Bild: Auch mit Volkstänzen, für die sie sich die Partner aus dem Publikum holten, stellten die Studentinnen aus Kiew auf dem Ukraine-Abend am Gymnasium Lüchow ihr Land vor. Ihr Besuch endet heute.

Ein Schuljahr über Grenzerfahrungen

Lüchower Gymnasiasten stellen Projektergebnisse aus

fk Lüchow. Gedenken aller Orten.

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls gibt es Gedenkstunden, Fernsehserien, Ansprachen, Ausstellungen. Auch die Schulen nutzen das Ereignis, eine Generation, die ohne eigenes Erleben von Mauer, Stacheldraht und Grenze ist, an diese jüngere Geschichte heran zu führen. Einen besonders umfangreichen Weg wählte die Klasse 11d des Lüchower Gymnasiums. Als ein Ergebnis dieser Arbeit zeigt die Klasse in der Lüchower Geschäftsstelle der Sparkasse seit Freitag eine Ausstellung »Grenzgebiete». Angeschlossen ist die Wanderausstellung der »Birthler-Behörde» über »Ereignisse an der Grenze», gelungen und missglückte Fluchtversuche, deren Vorbereitung und Folgen. Ein Jahr lang waren die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums unterwegs. Mal waren es Tagesausflüge, dann wieder mehrtägige Exkursionen. Sie besuchten historische Orte wie die Nicolaikirche in Leipzig oder das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Mit etwa 100 Zeugen der Ereignisse zwischen Tschechien und dem Brocken führten sie Gespräche. Ihr Ausstellung, an die der Besucher vorbei an DDR-Grenzpfählen und einem Stück Original-Drahtzaun in die Sparkasse gelangt, zeigt in Fotos die Etappen dieser einjährigen Exkursion. Parallel wurde bei der Eröffnung die Filmdokumentation der Schüler vorgestellt. Mit ihrer Arbeit errangen die Lüchower Gymnasiasten bereits vielfach Anerkennung. Sie beteiligten sich an erfolgreich an Wettbewerben. Im Jubiläumsjahr wurden sie zu Veranstaltungen etwa in München und Berlin eingeladen, wo sie ihre Bearbeitung des Themas innerdeutsche Grenze vorstellen konnten. Entgegen dem allgemeinen Klischee von den desinteressierten und politisch unwissenden Jugendlichen waren die Schüler der Klasse 11d leicht von der Idee zu begeistern, erklärte der verantwortliche Lehrer, Alexander Haase-Mühlner jun., bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Planungen der Erkundungsziele, die Auswahl der Gesprächspartner, die Art der Umsetzung, alles sei von Schülern und Lehrern gemeinsam erarbeitet worden. Die Kosten des gesamten Vorhabens wurde durch Zuschüsse des Fördervereins für die Klassenmitglieder überschaubar gehalten. Schulleiter Dr. Rainer Bartholomai sah in dem Projekt ein Beispiel für das Ziel, die Schule zu öffnen. Manchmal könnten Erfahrungen außerhalb de Schule mehr bringen als der Unterricht im geschlossenen Klassenzimmer, meinte er. Für die beteiligten Schüler bedeutete das in dem Projektjahr, dass ihr gesamter Schulalltag, auch die Fächer, auf dieses Anliegen ausgerichtet wurde. Landrat Jürgen Schulz steuerte eigene Erfahrungen beim Besuch des Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen zur Ausstellungseröffnung bei. Ein Besuch dort sollte Pflicht für ältere Schüler sein, meinte er. Diese Gedenkstätte gebe es nicht mehr, wenn sie nicht von ehemaligen Gefangenen und anderen Bürgern getragen würde. Die Führungen mit den ehemaligen Insassen gingen »unter die Haut», meinte Schulz. Parallel zur Ausstellung der Schüler stellte die Leiterin der Außenstelle Schwerin der »Birthler-Behörde», Corinna Kalkreuth, die Wanderausstellung ihrer Behörde über »Grenzerfahrungen vor. Sie ist ebenfalls in der Lüchower Sparkassengeschäftsstelle zu sehen.

Die Fotos und Dokumente dieser Ausstellung seien den Stasi-Akten entnommen. Sie zeigen Ereignisse an der Grenze auf einem Abschnitt von rund 190 Kilometern. »Grenzen», meinte Landrat Schulz, »entstehen immer im Kopf von Menschen.» Beide Ausstellungen sind während der Öffnungszeiten der Sparkasse zu sehen. Für Führungen größerer Gruppen stellt die Birthler-Behörde eine Begleitung in Aussicht.

(EJZ; 08.06.09)

Sie wollten es wissen

Gymnasium Lüchow mit sieben Projekten bei »Jugend forscht»

 
lr Lüchow. Sie wollten es wissen: Mit sieben Projekten haben 18 Schülerinnen und Schüler des Lüchower Gymnasiums, betreut von Peter Fricke und Christoph Ahlswede, Anfang der Woche am 10. Regionalwettbewerb Jugend forscht im Kreistagssaal in Celle teilgenommen -zwei Projekte qualifizierten sich für den Landeswettbewerb.

Der 44. Wettbewerb stand in diesem Jahr unter dem Motto »Du willst es wissen». Dabei starten Schülerinnen und Schüler bis 14 Jahre in der Kategorie »Schüler experimentieren», die älteren in der Kategorie »Jugend forscht».

Im Fachgebiet Technik erreichten Philip Hagemes, Stefan Möller und Yunus Berndt mit dem Projekt »Entwicklung und Bau eines neuartigen Wasserstandsmesssystems" einen 1. Platz, das sie nun beim Landeswettbewerb in Clausthal-Zellerfeld vom 23. bis 25. März erneut präsentieren werden. In diesem Projekt wurde ein neuartiges Messverfahren für Wasserstände entwickelt, das ohne Schwimmer oder andere mechanische Teile funktioniert. Dieses Gerät soll in den Liebenburger Brunnen eingebaut werden, den eine andere Gruppe vor zwei Jahren gefunden hat.

Einen 2. Preis und den Sonderpreis Umwelttechnik der Deutschen Bundesstiftung Umwelt errangen Vanessa Weber, Yunus Berndt und Felix Stannek mit ihrem Projekt »Nachrichten aus dem Untergrund». Photo-optisch und induktiv können Messdaten aus Bereichen unterhalb der Erdoberfläche übertragen werden, und die Anlage ist weitestgehend vandalismussicher.

Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften stellten Birga Schütte, Christian Konkel und Sebastian Dalke ihr Projekt »Entwicklung und Bau einer Echopeilung zur Hohlraumlokalisierung» vor. Sie können mittels Laufzeitdifferenzen von Schallsignalen Hohlräume im Boden erkennen und anpeilen.

Im Fachgebiet Physik überprüften Vanessa Weber, David Hunger und Hendrik Kettelhut, ob man eine kontinuierliche Nebelkammer auch mit Kältespray betreiben kann. In der Kategorie Schüler experimentieren schafften Katharina Lieske, Lena Kohrs-Lichte und Nicole Milik im Fachgebiet Technik mit ihrem Projekt »Sternenhimmel im Klassenraum» den Sprung zum Landeswettbewerb nach Oldenburg. Sie haben ein Planetarium entwickelt, das auf einfache Weise mit einem Beamer und einem Wölbspiegel betrieben werden kann. Bianca Meyer und Jan-Christoph Meyer untersuchten in ihrem Projekt »Vom Ohr zur akustischen Kunstkopfaufnahme», wie ein Mensch hören und Richtungsbestimmungen vornehmen kann. Sie erhielten für ihre Leistungen den Sonderpreis der Sparkasse. Im Fachgebiet Arbeitswelt bekamen Paul Hunger, Tom Frenzel und Lukas Böttcher einen 3. Platz. Sie versahen Reinigungsspiralen mit Kameras und können somit auch die Art der Verstopfung in Abflussrohren deuten.

Zusätzlich erhielten alle Teilnehmer aus Lüchow einen Sonderpreis »Forschung und Technik», nämlich eine eintägige Informationsfahrt nach Bremen in das Universum und eine Raumfahrt-Führung im EADS. Dieser Sonderpreis wurde von der Gesellschaft Brennelement-lager Gorleben gestiftet.

Bild: Ihr neuartiges Wasserstandsmesssystem werden (von links) Stefan Möller, Yunus Berndt und Philip Hagemes Ende März beim Landesentscheid von Jugend forscht in Clausthal-Zellerfeld vorstellen.

Sonderpreis für Sternenhimmel

Gymnasiastinnen bei »Jugend forscht »

dm Dannenberg. Das Projekt »Sternenhimmel im Klassenraum» hat die Jury beim 6. niedersächsischen Landeswettbewerb »Jugend forscht - Schüler experimentieren» in Oldenburg überzeugt.

Katharina Lieske, Lena Kohrs-Lichte und Nicole Milik erhielten im Fachbereich Technik den Sonderpreis des Niedersächsischen Kultusministeriums, einen Geldpreis. Die drei Mädchen vom Gymnasium Lüchow haben ein Planetarium entwickelt, das auf einfache Weise mit einem Beamer und einem Wölbspiegel betrieben werden kann.

Das Trio war die einzige Gruppe vom Gymnasium Lüchow, die sich für den Landeswettbewerb »Jugend forscht - Schüler experimentieren» für Jugendliche bis 14 Jahre qualifiziert hatten. Eine weitere Gruppe älterer Gymnasiasten aus der Kreisstadt präsentiert ihr Projekt beim Landeswettbewerb »Jugend forscht» in Clausthal-Zellerfeld. Beide Gruppen werden von Peter Fricke und Christoph Ahlswede betreut.

Insgesamt präsentierten 69 Jugendliche von neun bis 14 Jahren der Jury 40 Wettbewerbsbeiträge. Die Stiftung des Energieversorgers EWE ist Pate des Wettbewerbs. Austragungsort war das Zentrum für Aus- und Weiterbildung der EWE AG. Bei der Siegerehrung im Hörsaalzentrum der Universität Oldenburg überreichte der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, den Preis.

Bild: Katharina Lieske (von links), Lena Kohrs-Lichte und Nicole Milik erhielten beim 6. Landeswettberwerb von Jugend forscht einen Sonderpreis des Kultusministeriums.

Bläserklassen Konzert

Bläserkonzert zum Advent

Bild: Zweimal übernahm Musikschul-Leiter Gerd Baumgarten während des Konzertes das Dirigentenpult und brachte den Saal zum Beben. Aufn.: A. Blank

asb Lüchow. Schon vor dem Konzert herrschte am Dienstag- abend aufgeregtes Gewusel im Lüchower Gymnasium. Scharenweise drängelten Eltern, Musikanten und die »Mädchen vom Brezelstand» in der Eingangshalle.

Einer der Höhepunkte der umjubelten Musikschul-Adventskonzerte stand auf dem Programm: das festliche Bläser- konzert mit den Bläserklassen 5 und 7 sowie dem neu gegründeten sinfonischen Blas- orchester und dem Querflöten- ensemble unter der Leitung von Renate Gollub. Doch das war noch nicht alles: Auch die von Marion Kuenzner geleiteten Adventsbläser des Gymnasiums beteiligten sich an dem längst traditionellen Konzert. Die Bühne der Aula reichte bei Weitem nicht aus, um die über 100 jungen Musiker und Musikerinnen aufzunehmen.

Auf dem Programm standen ausschließlich Weihnachtslieder: vom traditionellen »Macht hoch die Tür» über das anspruchsvolle »Hallelujah» aus Händels »Messias» bis hin zum afrikanischen »African Noel» boten die jungen Bläser eine breite Palette ihres Könnens. Besonderen Beifall bekam die Bläsergruppe der 5. Klasse, die erstmals am Konzert teilnahm. Erst Ende September hatte die kleine Gruppe begonnen, sich an ihre Blasinstrumente zu gewöhnen. Nun spielte sie schon souverän und stilsicher zwei Weihnachtslieder. Das Publikum belohnte ihren Einsatz mit anhaltendem Applaus. Doch auch die anderen Gruppen überzeugten durch ihr gelungenes Spiel. Die Blechbläser hatten sich sogar an das komplexe »Tochter Zions» von G. F. Händel gewagt - und meisterten es bravourös. Kurz vor der Pause brachte die Bläsergruppe der 7. Klasse den Saal zum Schwingen, als Musikschul-Leiter Gerd Baumgarten mit ihr den »Runaway sleigh» intonierte. Unterstützt von Schlagzeugern swingten sich die Bläser mit teils unglaublicher Geschwindigkeit durch das amerikanische Weihnachtslied. Erstmalig konnte das Publikum dann das über 30-köpfige sinfonische Blasorchester erleben. Die Fülle des Klangs trug auch ihm großen Applaus ein. Auch hier ließ es sich Gerd Baumgarten nicht nehmen, den Weihnachtsmann rocken zu lassen. Bei dem schwungvollen »Santa rocks the house» kam so mancher Fuß ins Wippen.

So richtig ins Staunen kamen die Besucher, als das symphonische Blasorchester zusammen mit der Bläserklasse 7c zum Abschluss ein afrikanisches Weih-nachtslied intonierte. Ein Blas-orchester dieser Größenordnung - es spielten zum Schluss immerhin rund 60 Bläserinnen und Bläser - bildet schon von sich aus eine imposante Klangkulisse. Doch unterstützt durch ein kleines Percussionsensemble konnte niemand unbeteiligt bleiben. Das Publikum trug begeistert mit Klopfen und Klatschen dazu bei, dass die Aula ins Beben geriet.

Mit dem altbekannten »Oh du Fröhliche» ging ein fröhliches Adventskonzert zu Ende. Das Publikum bedankte sich mit tosendem Applaus für die glanzvolle Leistung.

Erstmals Referendare

by Lüchow/Dannenberg. Noch nie waren die Gymnasien in Lüchow und Dannenberg Ausbildungsschulen. Jetzt sind sie es, gestern begannen zehn Referendarinnen und Referendare ihre zweite Ausbildungsphase, jeweils fünf in Lüchow und fünf in Dannenberg.

Das Referendariat dauert für den Gymnasiallehrer-Nachwuchs, der in Niedersachen studiert hat, 18 Monate, für alle anderen 24 Monate, - und es hat einen historisch gefürchteten Ruf: »Der pure Horror, du hast zwei Jahre keine Freunde, kein Sozialleben, die Seminarleiter sind Monster» wissen die neuen Referendare über das, was ihnen bevorsteht. Und auch Dr. Rainer Bartholomai von Lüchower Gymnasium und Jürgen Thiele vom Fritz-Reuter-Gymnasium haben an ihre Referendariatszeit nicht nur gute Erinnerungen. »Man ist ständig in einer Prüfungssituation, führt zwei Jahre ein offenes Leben, muss durchsichtig sein - und das war belastend», erinnert Dr. Rainer Bartholomai. Das Schönste sei es gewesen, den Unterricht selbst zu gestalten, mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. Jürgen Thiele erinnert sich an Gängelei und Bevormundung, schließlich seien Referendare erwachsene Menschen. Gerade in den Zeiten, in denen Stellen knapp waren, hätten sie sich oft in totaler Abhängigkeit zu dogmatischen Ausbildern gefühlt. Heute, wo es zu wenige Lehrer gebe, komme es dagegen auf eine Zehntelnote nicht mehr an, um anschließend eine Stelle zu bekommen. Beide Schulleiter wollen dafür sorgen, dass sich ihr Nachwuchs bei ihnen wohlfühlt. Die acht Referendarinnen und zwei Referendare mit den Fächern Deutsch, Französisch, Englisch, Mathe, Sport, Biologie, Erkunde und Geschichte kommen bis auf eine nicht aus Niedersachsen, sondern aus anderen Bundesländern. Niedersachsen war ein Bundesland ihrer Wahl: Das Ausbildungsangebot sei sehr gut, die Ausbildung beginne im Februar und nicht erst im April. Für Referendare aus den neuen Bundesländern gibt es zusätzlich finanzielle Gründe, denn hier seien das Gehalt und die Chance, verbeamtet zu werden, höher. Dass es die zehn nach Lüchow und Dannenberg verschlagen hat, war dagegen Schicksal -und ließ einige den Atlas hervorholen, um herauszufinden, wo sie künftig arbeiten werden. Die Praxis in einer eher kleineren Schule zu erproben, sei aber gar nicht schlecht, betonten einige.

Was für eine Art Lehrer oder Lehrerin sie werden wollen, wissen sie: Auf keinen Fall der Typ, der mit einer Mappe in die Klasse kommt, in der der Stoff ist, mit dem er vor 20 Jahren schon arbeitete. Oder der, der Schülern in Geschichte einen Zettel mit 50 Zahlen vorknallt, die Schüler anschreit oder unangekündigte Arbeiten schreibt. Schrecklich sei es aber, wenn sie so gar keine Autorität hätten und es folglich in der Klasse drunter und drüber gehe. Sie wollen lebensnah unterrichten, die Schülerinnen und Schüler motivieren und nicht vergessen, dass die oft auch andere Sorgen haben. Für einige waren frühere, sehr gute Lehrkräfte, Motivation und Anlass diesen Beruf zu ergreifen. Für andere dagegen war auch ein schlechter Lehrer motivierend - es nämlich ganz anders zu machen.

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