Kursfahrt Baltikum 2016

Weltkulturerbe Riga

Im Zusammenhang mit unserer Reise ins Baltikum mit dem Seminarfachkurs von Herrn Haase-Mühlner, haben wir die schöne Stadt Riga besichtigt. Am ersten Tag als wir gegen Nachmittag unsere Hotelzimmer bezogen haben und uns in unseren kleinen Zimmern ausgebreitet haben, sind wir als Gruppe zusammen in die Innenstadt gefahren. Da kein Programm für den Abend weiter anstand, durften wir in kleinen Gruppen selbst die Stadt etwas erkunden. Die ersten Blicke suchten gierig nach Restaurants oder anderen in der Nähe gelegenen Möglichkeiten, um den leeren „Reise-Magen“ mit leckeren Speisen der dort typischen Küche zu füllen.
Am ersten Tag in der Stadt blieben unsere Blicke eher auf die im Erdgeschoss liegenden Geschäfte und weniger auf das restliche Mauerwerk der Gebäude. Für die eigentlich schönen Bauwerke und verschönerten Hauswände bekamen wir erst am nächsten Tag intensiv mit. Bei einer Führung durch die Innenstadt von unserer Reiseleiterin, die ihre Begeisterung für den dort in großen Maßen ausgelebten „Jugendstil“ mit uns teilte. Vor allem die Fassaden, die fast alle im „Jugendstil“ von Architekten meisterhaft gestaltet wurden, machen die Innenstadt von Riga zu einem UNESCO-Weltkulturerbe. Keines der dort aneinander gereihten Häuser gleicht dem anderen, immer wieder wurden die verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten genutzt, um diese einzigartige Atmosphäre von den Häusern zu präsentieren. Es ist nahezu ein Wunder, dass wir die Fassaden heute noch betrachten können, denn während der Sowjetischen Zeit fehlte es an Geld und Material, um die aus dem 20. Jahrhundert stammenden „Jugendstil“-Fassaden zu restaurieren. Zum Glück fehlte es aber gleichermaßen auch an Kapital, um die Gebäude abreißen zu lassen. Somit ist ein sehr großer Teil der Gebäude nach 1990 restauriert worden und kann somit von uns bestaunt werden.
Die Führung war ohne Zweifel lehrreich,  informativ und hat uns für den Blick auf den „Jugendstil“ sensibilisiert. Aber nicht nur der „Jugendstil“ zeichnet die Stadt aus, sondern auch die kleinen Nebengassen und altertümlichen Häusern, die für eine besonderen Charakter haben. Nur leider haben wir uns viel zu lange vor den einzelnen Gebäuden aufgehalten und haben viel zu lange drüber gesprochen, so dass nach 4 Stunden der größte Teil der Gruppe dankend erlöst wurde. Dennoch können wir einen Spaziergang durch Riga nur empfehlen, denn außer dem „Jugendstil“ gibt es auch noch sehr viele andere Interessante Bauwerke. Und wenn man einmal einen Blick vom Kirchturm über die ganze Stadt schweifen lässt, dann kann man staunend feststellen, dass Riga mit Abstand die schönste Stadt ist, die wir auf unsere Fahrt besichtigen konnten.

Jakob & Johannes

Bericht über Vilnius

Vilnius: Vielfältige Kultur trifft auf Globalisierung

Auf unserer Kursfahrt ins Baltikum besuchten wir als zweiten Ort die Stadt Vilnius. Vilnius ist die Hauptstadt von Litauen mit einer Fläche von circa 400km² und ungefähr 537.000 Einwohnern (Stand 2013). Was zuerst an Vilnius auffällt, sind die schönen Gebäude, die gerade in der Altstadt sehr stark zu bewundern sind. Die Stadt bietet einen starken Kontrast von alter Stadt und alten Gebäuden zu höchster Modernität. In Vilnius sind uns im Vergleich zu dem zuvor besuchten Ort erstmals die Folgen der Globalisierung aufgefallen. Wir lernten eine moderne Stadt mit alter und sehr vielseitiger Kultur kennen. In der Altstadt, die außerdem zum Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde, befindet sich eine der beliebten Sehenswürdigkeiten: die klassizistische Erzbischöfliche Kathedrale, die auf dem Kathedralenplatz steht.  Hinter dieser Kirche findet man, weiter entfernt auf einem Berg, das "Symbol der Stadt" - den Gediminas-Turm, der damals zur Verteidigung der Kreuzritter diente. Generell sind bei einem Spaziergang durch Vilnius viele Kirchen zu entdecken. Eine von diesen Kirche ist die St. Anna-Kirche, die auch als "Perle der Gotik" bezeichnet wird. Als Symbol für die Geschichte und die Persönlichkeit der Stadt, gilt das "Tor der Morgenröte", welches das letzte dort erhaltene Stadttor ist. Oben im Tor befindet sich die "Schwarze Madonna", die als eines der Hauptsehenswürdigkeiten in Vilnius gilt. Am Präsidentenpalast erfuhren wir viel über die Persönlichkeit und den Nationalstolz der Litauer, die über mehrere Jahre hinweg für ihre Unabhängigkeit gekämpft hatten. Abschließend können wir sagen, dass wir die Reise nach Vilnius und generell das Baltikum als eine Bereicherung gesehen haben, da wir dadurch die Möglichkeit hatten, diese ganz andere Kultur kennenzulernen. Außerdem war es interessant ein Land zu erleben, welches so viel Nationalstolz besitzt und so großen Wert auf seine Unabhängigkeit legt, wie Litauen.

Tag 5 bis 6 / Reiseziel Nida/kurische Nehrung

Ein Bericht von Catalina Hasche, Hannah Scharping und Mia Miseré

Unser letztes Reiseziel steuerten wir mit einer kurzen Fahrt auf der Fähre an. Nida hieß der kleine und unserer Meinung nach schönste Ort, unserer Reise. Die kleinen alten Fischerhäuschen verliehen dem Ort eine heimelige und charmante Atmosphäre, in der wir uns sehr wohlfühlten.

In unserem Bus befand sich bereits unsere Reiseführerin, welche wir schon aus Klaipeda mitnahmen und welche uns am ersten Tag unserer Reise durch Klaipeda führte. Bei einer etwas holprigen Fahrt erzählte sie uns dann etwas über die kurische Nehrung.
Die kurische Nehrung ist eine schmale, fast hundert Kilometer lange Landzunge. Das ,,jüngste Stück“ Litauens gehört seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO und wird gern als ,,lang gestreckter Sandkasten“ bezeichnet. Besonders angetan waren wir von der Legende über die Entstehung der kurischen Nehrung: Diese besagt, dass eine Fischersfrau ein Baby aus einem Boot schreien hörte und das kleine Wesen mit zu sich nach Hause nahm. Das kleine Mädchen taufte sie Neringa, welche nach einer gewissen Zeit zu einer Riesin heranwuchs. Sie hatte ein gutes Herz und wollte den Fischern bei ihrer Arbeit behilflich sein, da die Wellen die kleinen Fischerboote umrissen. Durch ihre Stärke konnte die Riesin die Boote an eine ruhige Stelle tragen, damit die Fischer ihrer Arbeit nachgehen konnten. Um eine langzeitige Lösung zu finden, schüttete Neringa Sand auf eine Stelle im Meer, welcher eine Blockade für die Wellen bieten sollte. Sie selbst, der Wind und die Wellen  verteilten den Sand bis sich eine langgezogene Insel auftat. Die Nehrung erhielt ihren Namen jedoch durch ein baltisches Volk, die Kuren.

Erstaunlich war, dass einzelne Ortschaften vom 15. bis zum 17. Jahrhundert unter Sand begraben wurden. Dies war eine Folge der Abholzung, wodurch Sandmassen sich in Bewegung setzten und eine Umsiedlung stattfand.
Im 20. Jahrhundert gehört das Gebiet der kurischen Nehrung zu Ostpreußen und somit auch zu Deutschland. Der erste Weltkrieg teilte jedoch die Nehrung, womit im Zweiten Weltkrieg die Herrschaft über das Gebiet unter die Sowjetunion fiel und dies folglich unter der russischen und der litauischen Sowjetrepublik aufgeteilt wurde. Darauf wies uns unser Lehrer bereits hin, als es um die Kostenvermeidung bezüglich des Telefonierens ging, da wir nicht weit von Russland entfernt waren.
1961 wurde der Ort schließlich nach der Riesin aus der Legende benannt, für uns ist der Ort unter dem Namen ,,Nida“ bekannt.
Als wir dann aus dem Bus ausstiegen, um einen Rundumblick über die kurische Nehrung zu erlangen, entsprach das Wetter leider nicht unseren Vorstellungen und wir mussten bei Wind und Regen hinauf auf einen Aussichtspunkt, von wo man einen wunderschönen dennoch vernebelten Blick auf die Dünen hatte.
Durch die damalige Sandmassenbewegung, entstanden zudem Wanderdünen und wir konnten in Nida die größte Düne Europas betrachten. Dies war für uns überraschend, da wir mit solch großen Dünen nicht gerechnet haben. Am Abend fielen wir dann müde und erschöpft von den Eindrücken und vor allem von der langen Fahrt in unser Bett, in der wohl schönsten Pension, der ganzen Reise.
Besonders beeindruckt waren wir bei einem Spaziergang am nächsten Tag bei Sonnenschein von der äußerst faszinierend Strandpromenade.
Auch die handwerklich aufwendigen Skulpturen auf dem Hexenberg, welche wir am letzten Tag bestaunten hatten eine einschüchternde Wirkung auf uns. Der Berg bot eine sehr mystische Atmosphäre, aber auch das Gefühl sich nicht mehr in der heutigen Zeit zu befinden, sondern in ein Stück Vergangenheit eingebunden zu sein.
Insgesamt waren wir überwältigt von der Schönheit des kleinen Ortes, welcher uns sehr an zu Hause erinnerte.

Kursfahrt nach Polen

Am Sonntag, den 25. September 2016, haben wir uns als Seminarfachkurs „Menschenrechte“ des 12. Jahrgangs des Gymnasiums Lüchow zusammen mit unseren Lehrkräften Frau Lüttich und Frau Gardocki über Berlin auf den Weg nach Krakau gemacht und sind dabei auf den Spuren der jüdischen Geschichte gewandelt.

Nach unserer Ankunft in Berlin durften wir das Haus der Wannseekonferenz besuchen und bekamen eine interessante Führung durch die Gedenkstätte, welche unserer Fahrt einen guten thematischen Einstieg ebnete. Anschließend konnten wir noch etwas das schöne Wetter am Wannsee genießen, bevor es dann zum gemeinsamen Abendessen in die Jugendherberge ging.

Am Montag besuchten wir einen Workshop zum Thema „Antisemitismus heute“, der im jüdischen Museum in Berlin stattfand. Nach dem praktischen Teil bekamen wir noch eine Führung durch das Museum und hatten danach noch etwas Zeit, uns auf eigene Faust umzuschauen. Die freie Zeit, die wir im Anschluss hatten, nutzten wir dann hauptsächlich zum Besorgen von Verpflegung für die bevorstehende nächtliche Busfahrt von Berlin nach Krakau.

Nach unserer Ankunft am Dienstagmorgen in Krakau waren wir alle etwas geschafft von der langen Busfahrt, trotzdem aber auch voller Vorfreude und Neugier auf die bevorstehende Zeit in Polen. Kurz wurden die Reisetaschen im Hotel abgestellt, bevor es zur Stadtführung durch das wirklich sehr schöne Krakau ging. Während uns die Altstadt mit all ihren Geschichten näher gebracht wurde, verzog sich langsam der morgendliche Nebel und die Temperaturen wurden angenehmer. Den Nachmittag, der zur freien Verfügung stand, nutzen wir alle, um erst einmal richtig in unserem Hotel anzukommen. Abends machten wir uns dann alle zusammen zu einem Highlight dieser Fahrt auf, dem jüdischen Essen. Nicht nur das Essen hat sehr gut geschmeckt, auch war die Livemusik eines Trios, das aus Vater und seinen zwei Söhnen bestand, sehr beeindruckend.

Am Mittwoch lernten wir speziell das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz kennen und besuchten am Nachmittag die Multimedia-Ausstellung „Krakau während der Besetzung 1939-1945“ in der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler.

Am Donnerstag stand dann die Fahrt nach Auschwitz an. Über den Tag besichtigten wir „Auschwitz I – Stammlager“ und „Auschwitz II – Birkenau“.  Die Eindrücke und geschichtlichen Hintergründe vor Ort haben uns alle sehr betroffen gemacht.

An unserem letzten Tag in Krakau genossen wir das sommerliche Wetter bei einer Bootsrundfahrt auf der Weichsel. Anschließend hatten wir Zeit zur freien Verfügung, die zum Verpflegung kaufen, Sushi essen oder auch zu vielen anderen Dingen genutzt wurde. Abends ging es dann wieder mit dem Nachtbus von Krakau zurück nach Berlin.

Am Sonntag sind wir vormittags gemeinsam mit dem Zug in Salzwedel angekommen. Wir hatten eine sehr schöne Woche, in der wir viel gelernt und neue Erfahrungen gesammelt haben, die uns alle beeindruckten.

Dass wir das alles erleben durften lag auch an der großzügigen Unterstützung seitens des Lions Clubs, dem wir dafür als gesamter Kurs unseren herzlichen Dank aussprechen möchten!

Katharina Kühn, 12. Jahrgang