Verbindungen unserer Schule in die Ukraine

Der Anfang eines neuen Austausches… (?!)

 

Der neue Geschichtsleistungskurs am Gymnasium Lüchow von Herrn Haase-Mühlner jr. stellte sich im August 2008 eine folgenschwere Frage: Wohin soll die Studienfahrt im nächsten Jahr führen?

Die Europalandkarte vor Augen überschlugen sich die „angehenden Historiker“ mit fernen und ausgefallenen Zielen. Schnell war jedoch die Himmelsrichtung klar: Statt nach Westen oder Süden wurde der Osten zum Favoriten, einfach mal der Sonne entgegengefahren:

 In die UKRAINE!

 

Über Berlin, Posen, Krakau fuhren wir per Bahn an die ukrainische Grenze und mit dem Bus auf abenteuerlichen Straßen nach Lemberg, unser ersten Station. Wir trafen auf eine herrliche, in der österreichischen KuK-Tradition erbaute Stadt. Dieser vertraute Anblick bot einen weichen Start in das ferne, aber doch so nah gelegene Land.

Die Nachtzugfahrten von Lemberg nach Odessa und Kiew waren dagegen schon ein Vergnügen der besonderen Art, mit 60 (oder auch ein paar mehr) Fahrgästen in einem Abteil die Nacht zu verbringen, förderte den interkulturellen Austausch zwischen den Lüchower Schülern und den Einheimischen.

 

Odessa, das Schwarze Meer, der kosmopolitische Hafen, die berühmte Treppe zum Himmel; da traf die Jugend aus der wendländischen Provinz auf vielfältige Verführungen.

Zum Abschluss führte die Reise in die Mutter aller slawischen Städte, nach Kiew. Goldene Kuppeln, riesige Paläste und orthodoxe Klöster wurden der Gruppe aus Lüchow während einer ausgedehnten Stadtführung von jungen, dynamischen Deutsch-Studentinnen der Kiewer Universität gezeigt und erklärt. Dies geschah auf so freundliche und offene Art und Weise, dass der Geschichtskurs aus Lüchow spontan eine Einladung an die Studentinnengruppe nach Lüchow aussprach. Dieser Gegenbesuch konnte bereits – nach Abschluss eines Partnerschaftsvertrages zwischen unserem Gymnasium und dem Fremdspracheninstitut der Kiewer Universität und gegen alle bürokratischen Hürden – im März 2010 realisiert werden. Die Studentinnen wohnten für eine Woche bei den Schülerinnen des Geschichtskurses in Lüchow und Umgebung, besuchten gemeinsam den Unterricht, organisierten einen sehr gut besuchten Ukraine-Abend und lernten die Vielfältigkeit des Wendlandes kennen.

 

Im August 2010 fuhr erneut ein Kurs unserer Schule in die Ukraine. Der Politik-Leistungskurs von Herrn Thiede besuchte ebenfalls die drei großen Städte und traf in Kiew wiederum mit der Studentengruppe von Frau Dr. Ivanytska zusammen.

 

Für den Sommer 2011 plant der Geschichtsleistungskurs von Herrn Haase-Mühlner wieder die Ukraine zu bereisen. Das Besondere dieser Tour wird die private Unterbringung der Lüchower Schüler in den Familien der Studentinnen in Kiew sein. Der aus einer spontanen Einladung erwachsene Austausch unserer Schule mit der Universität Kiew wird also fortgeschrieben….

 

Projektleiter: Alexander Haase-Mühlner

Aufregende Reise quer durch die Ukraine

,,Wir fahren in die Ukraine”, hieß es im Geschichtsunterricht letzten Jahres. Alle 23 Schüler und Schülerinnen waren sehr aufgeregt und sahen der Kursfahrt voller Spannung und Freude entgegen.

Durch Eigeninitiative und durch die großzügigen Spenden der Stiftung ,,West-östliche Begegnungen” und dem Lionsclub in Lüchow bekam man genug Geld zusammen, um die Reise tatsächlich möglich zu machen.

 

Die gemeinnützige Stiftung ,,West-Östliche Begegnungen” fördert vielfältige Begegnungen mit den neuen Staaten auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion und den baltischen Staaten, die dem Auf- und Ausbau von längerfristigen Partnerschaften und Beziehungen ihrer Bürger dienen. Insgesamt hat sie in den vergangenen 16 Jahren rund 4.000 Projekte im Schüler-, Jugend- und Kulturaustausch, als Bürgerbegegnungen und im Rahmen kommunaler Partnerschaften unterstützt und dafür 9,1 Mio. EUR zur Verfügung gestellt.

Im Mittelpunkt der geförderten Maßnahmen stehen die direkten Begegnungen zwischen Menschen aus Deutschland und den genannten Ländern, die als themen- oder projektbezogene Aktivitäten stattfinden.

 

Am Freitag, den 2. September traf sich der Kurs dann voller Vorfreude am Bahnhof in Salzwedel.

Eine Woche Ukraine konnte beginnen. Die Schüler und Schülerinnen wurden von ihrem Kurslehrer Herrn Haase-Mühlner und zwei Referendaren, namens Frau Schubert und Herrn Maiwirth, begleitet.

Krakau bei Nacht wurde zum ersten Ziel, jedoch bot sich dort nur ein knapp zweistündiger Aufenthalt, denn es musste mit dem Nachtzug weiter gehen.

Völlig übermüdet, da man von den Zollbeamten geweckt worden war, kam die Gruppe am frühen Morgen in Lemberg an. Dort gilt die wunderschöne Altstadt als Weltkulturerbe, wo man auch täglich Hochzeitspaare zu sehen bekommt, die sich vor den beeindruckenden Gebäuden fotografieren lassen. Die Sonne schien und man hatte genug Zeit die Märkte, Souvenierläden, die vielen Restaurants und Kneipen zu erkunden. Erst am Sonntag ging es weiter ans Schwarze Meer: In die ukrainische Hafenstadt Odessa. Besonders sehenswert ist dort die potemkinsche Treppe, die durch den Film ,,Panzerkreuzer Potemkin” berühmt wurde. Die Stadt wurde erkundet und es wurde im Schwarzen Meer gebadet. Am Dienstagabend stieg man dann in den Nachtzug und die Gruppe machte sich auf den Weg nach Kiew, wo es zu einem interkulturellen Austausch kommen sollte. Anstatt in Hostels, wie in den Tagen zuvor, zu übernachten, kamen die Schüler und Schülerinnen, sowie die Referendare in Gastfamilien unter, um die Traditionen und Gewohnheiten der Ukrainer noch mehr  kennen zu lernen. So gab es dann auch typisch ukrainisches Essen, wie die Vareniki.

Dies sind Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln, Fleisch oder Kirschen.

Lobenswert ist die besondere Gastfreundschaft, denn alle wurden herzlichst aufgenommen. Da eine Partnerschaft mit der ukrainischen Schule entstanden ist, wurde die Klasse im Gymnasium mit sensationellen Auftritten der Schülerinnen und Schülern begrüßt und man saß anschließend gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen, um sich gegenseitig auszutauschen. Besondere Mühe wurde sich auch gegeben, der Gruppe in Kiew soviel wie möglich zu zeigen. So sah man dann unter anderem die Sophienkathedrale und das Höhlenkloster, die auch zu den Weltkulturerben gehören.

Die zuvor erarbeiteten Referate zu den Städten und Sehenswürdigkeiten wurden so auch besonders gut im Gedächnis behalten, da sie direkt vor Ort gehalten wurden, wie zum Beispiel im Zentrum des Höhlenklosters. Das die ukrainische Statue Mutterheimat größer als die Freiheitsstatue ist, wusste bis dahin auch keiner.

Es waren zwei aufregende Austauschtage, aus denen man jede Menge mitgenommen hat. Nächstes Jahr soll dieser Austausch noch etwas vertieft werden, da geplant ist, dass die Ukrainer uns in Deutschland besuchen.

Am Freitagmittag ging es dann mit dem Flugzeug nach Prag und von da aus nach Hamburg. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr erschöpft, jedoch wurde durch diese Reise eine Menge an Erfahrung gesammelt und die Erlebnisse dort wird man wohl so schnell nicht wieder vergessen.

Jetzt wird voller Freude dem Film entgegengesehen, der von einigen Schülern von den Videos, die dort gemacht wurden, zusammengestellt wird.

Marlies Arndt

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