,,Wir fahren in die Ukraine”, hieß es im Geschichtsunterricht letzten Jahres. Alle 23 Schüler und Schülerinnen waren sehr aufgeregt und sahen der Kursfahrt voller Spannung und Freude entgegen.
Durch Eigeninitiative und durch die großzügigen Spenden der Stiftung ,,West-östliche Begegnungen” und dem Lionsclub in Lüchow bekam man genug Geld zusammen, um die Reise tatsächlich möglich zu machen.
Die gemeinnützige Stiftung ,,West-Östliche Begegnungen” fördert vielfältige Begegnungen mit den neuen Staaten auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion und den baltischen Staaten, die dem Auf- und Ausbau von längerfristigen Partnerschaften und Beziehungen ihrer Bürger dienen. Insgesamt hat sie in den vergangenen 16 Jahren rund 4.000 Projekte im Schüler-, Jugend- und Kulturaustausch, als Bürgerbegegnungen und im Rahmen kommunaler Partnerschaften unterstützt und dafür 9,1 Mio. EUR zur Verfügung gestellt.
Im Mittelpunkt der geförderten Maßnahmen stehen die direkten Begegnungen zwischen Menschen aus Deutschland und den genannten Ländern, die als themen- oder projektbezogene Aktivitäten stattfinden.
Am Freitag, den 2. September traf sich der Kurs dann voller Vorfreude am Bahnhof in Salzwedel.
Eine Woche Ukraine konnte beginnen. Die Schüler und Schülerinnen wurden von ihrem Kurslehrer Herrn Haase-Mühlner und zwei Referendaren, namens Frau Schubert und Herrn Maiwirth, begleitet.
Krakau bei Nacht wurde zum ersten Ziel, jedoch bot sich dort nur ein knapp zweistündiger Aufenthalt, denn es musste mit dem Nachtzug weiter gehen.
Völlig übermüdet, da man von den Zollbeamten geweckt worden war, kam die Gruppe am frühen Morgen in Lemberg an. Dort gilt die wunderschöne Altstadt als Weltkulturerbe, wo man auch täglich Hochzeitspaare zu sehen bekommt, die sich vor den beeindruckenden Gebäuden fotografieren lassen. Die Sonne schien und man hatte genug Zeit die Märkte, Souvenierläden, die vielen Restaurants und Kneipen zu erkunden. Erst am Sonntag ging es weiter ans Schwarze Meer: In die ukrainische Hafenstadt Odessa. Besonders sehenswert ist dort die potemkinsche Treppe, die durch den Film ,,Panzerkreuzer Potemkin” berühmt wurde. Die Stadt wurde erkundet und es wurde im Schwarzen Meer gebadet. Am Dienstagabend stieg man dann in den Nachtzug und die Gruppe machte sich auf den Weg nach Kiew, wo es zu einem interkulturellen Austausch kommen sollte. Anstatt in Hostels, wie in den Tagen zuvor, zu übernachten, kamen die Schüler und Schülerinnen, sowie die Referendare in Gastfamilien unter, um die Traditionen und Gewohnheiten der Ukrainer noch mehr kennen zu lernen. So gab es dann auch typisch ukrainisches Essen, wie die Vareniki.
Dies sind Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln, Fleisch oder Kirschen.
Lobenswert ist die besondere Gastfreundschaft, denn alle wurden herzlichst aufgenommen. Da eine Partnerschaft mit der ukrainischen Schule entstanden ist, wurde die Klasse im Gymnasium mit sensationellen Auftritten der Schülerinnen und Schülern begrüßt und man saß anschließend gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen, um sich gegenseitig auszutauschen. Besondere Mühe wurde sich auch gegeben, der Gruppe in Kiew soviel wie möglich zu zeigen. So sah man dann unter anderem die Sophienkathedrale und das Höhlenkloster, die auch zu den Weltkulturerben gehören.
Die zuvor erarbeiteten Referate zu den Städten und Sehenswürdigkeiten wurden so auch besonders gut im Gedächnis behalten, da sie direkt vor Ort gehalten wurden, wie zum Beispiel im Zentrum des Höhlenklosters. Das die ukrainische Statue Mutterheimat größer als die Freiheitsstatue ist, wusste bis dahin auch keiner.
Es waren zwei aufregende Austauschtage, aus denen man jede Menge mitgenommen hat. Nächstes Jahr soll dieser Austausch noch etwas vertieft werden, da geplant ist, dass die Ukrainer uns in Deutschland besuchen.
Am Freitagmittag ging es dann mit dem Flugzeug nach Prag und von da aus nach Hamburg. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr erschöpft, jedoch wurde durch diese Reise eine Menge an Erfahrung gesammelt und die Erlebnisse dort wird man wohl so schnell nicht wieder vergessen.
Jetzt wird voller Freude dem Film entgegengesehen, der von einigen Schülern von den Videos, die dort gemacht wurden, zusammengestellt wird.
Marlies Arndt