Der Europäisch-Arabische Dialog im Netzwerk der UNESCO-Projekt-Schulen wurde nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon 2001 ins Leben gerufen, um der sich abzeichnenden Spirale von Vorurteilen, Feindbildern, Hass und Gewalt entgegen zu steuern. Eine Vorreiterrolle bei der Etablierung des Euro-Arabischen Dialogs übernahm das gemeinsame Netzwerk der UNESCO-Projekt-Schulen in Niedersachsen und Bremen: Bereits 2003 beschlossen die beteiligten UNESCO-Projekt-Schulen auf Initiative des zuständigen Regionalkoordinators Heinz-Jürgen Rickert, langfristige Aktivitäten auf den Weg zu bringen, die Begegnungen zwischen Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern aus europäischen und aus arabischen Staaten ermöglichen sollten. Mit Hilfe dieser persönlichen Begegnungen sowie der erwarteten Multiplikatoreffekte sollten bestehende Vorurteile und Feindbilder über den Islam und die arabische Welt abgebaut werden. Wichtige Etappen auf diesem Weg waren folgende Veranstaltungen:
Den Anfang bildete ein Schülerworkshop zum Welterbe in Istanbul 2003 mit einer anschließenden Fachtagung für UNESCO-Vertreter aus Deutschland, der Türkei, Syrien, Jordanien, Palästina und dem Libanon.
Im Verlauf des Jahres 2004 gestalteten Schülergruppen aus Lüneburg und aus Beirut eine umfangreiche Internet-Zeitung.
Ebenfalls im Jahr 2004 nahmen zwei Lehrkräfte aus Niedersachsen und Bremen am Deutsch-Arabischen Lehrerfortbildungsseminar in Bonn teil, das die Bundeskoordination der UNESCO-Projekt-Schulen organisiert hatte und bei dem Lehrkräfte aus neun arabischen Ländern vertreten waren.
Im Mai 2005 fand die niedersächsisch-bremische Regionaltagung zum Thema Europäisch-Arabischer Dialog ebenfalls im Libanon statt.
Im Dezember 2006 fand in Berlin ein Schülerworkshop statt mit Schülerinnen und Schülern aus Deutschland sowie aus verschiedenen arabischen Staaten zum Thema: „How do we build our Future on the Foundation of Different Cultures? – Learning for Sustainability in a World of Cultural Diversity“
Im Dezember 2007 fand in Amman/Jordanien ein Workshop für Lehrkräfte und Koordinatoren von UNESCO-Projekt-Schulen aus verschiedenen europäischen und arabischen Ländern statt. Ziele waren die Bestandsaufnahme und die Entwicklung von Zukunftsperspektiven für den Europäisch-Arabischen Dialog.
Im November 2008 fand ein Workshop für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte aus europäischen und aus arabischen Staaten statt in Barka/Sultanat Oman. Das Thema des Workshops lautete: „Nachhaltigkeit lernen in einer Welt kultureller Vielfalt. Unsere Verantwortung für die Zukunft“.
(Vergleiche auch: Rickert, Heinz-Jürgen: „Euro-arabische Projekte“. In: Forum 2/2005, S. 17-19 - Themenheft: „Europäische und arabische Kultur begegnen sich“)
Ein wichtiges Merkmal all dieser Veranstaltungen ist die themenzentrierte und ergebnisorientierte, gemeinsame Arbeit der Lehrkräfte bzw. der Schülerinnen und Schüler.
1. Euro-Arabischer Workshop der UNESCO-Projekt-Schulen in Berlin 2006
Vom 02. bis zum 10. Dezember 2006 wurde in Berlin ein Workshop unter folgender Fragestellung durchgeführt: „Wie gestalten wir unsere Zukunft auf dem Fundament unterschiedlicher Kulturen? – Lernen für Nachhaltigkeit in einer Welt kultureller Unterschiede“. An diesem Workshop nahmen 40 Schülerinnen und Schüler von UNESCO-Projekt-Schulen in Ägypten, Jordanien, im Libanon, in den Palästinensischen Gebieten, in Spanien und in Deutschland teil – unter ihnen auch Anna Schwarz und Jonathan Hunger vom Gymnasium Lüchow. Sie setzten sich in multinationalen Arbeitsgruppen mit den kulturellen Aspekten nachhaltiger Entwicklung auseinander. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden im Abschlussplenum vorgestellt und in der „Berlin Declaration“ zusammengefasst, in der sich die Schülerinnen und Schüler zu einem engagierten Einsatz für die Durchsetzung der Menschenrechte, für kulturelle Vielfalt und für interkulturelle Verständigung verpflichten (siehe Anlage). Beide Teilnehmer des Gymnasiums Lüchow haben diese Verpflichtung für sich nach dem Abitur praktisch umgesetzt: Anna Schwarz ist derzeit in einem freiwilligen sozialen Jahr in einem Bildungsprojekt in Togo/Westafrika engagiert, Jonathan Hunger in einem Projekt für Menschen mit Behinderung in der Nähe von Bordeaux/Frankreich.