Workshop der beteiligten UNESCO-Projekt-Schule in Barka/Oman 2008

Das Thema des Workshops lautete „Lernen für Nachhaltigkeit in einer Welt kultureller Unterschiede – Verantwortung übernehmen für die Zukunft“. An diesem Workshop nahmen ca. 100 Personen teil, zu einem guten Drittel Lehrkräfte, Koordinatoren sowie Referenten und zu knapp zwei Dritteln Schülerinnen und Schüler aus Ägypten, Bahrain, Dänemark, Deutschland, Jemen, Katar, Kuweit, Libanon, Marokko, Oman und den Palästinensischen Gebieten. Vom Gymnasium Lüchow nahmen die Schülerinnen Nadja Bengart und Dorothee Gotthardt sowie der UNESCO-Schulkoordinator teil. Der Workshop war ein Beitrag der UNESCO-Projektschulen zur UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) 2004-2015.

Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte setzten sich in multinationalen Arbeitsgruppen mit kulturellen Aspekten der Bildung für Nachhaltige Entwicklung auseinander. In einem World Café und in offenen Arbeitsgruppensitzungen bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler zunächst die Querschnittsthemen Wasser, Musik, Schule, Medien, Sonnenenergie, Mobilität und Identität. Im zweiten Teil des Workshops brachten die Schülerinnen und Schüler ihre Sichtweisen, Erfahrungen und Zukunftsvisionen mit Hilfe von Kunst, Theater, Film und Tanz zum Ausdruck.

Die Lehrkräfte beschäftigten sich in einem getrennten Workshop mit der Weiterentwicklung europäisch-arabischer Schulpartnerschaften. Dazu wurden Richtlinien erarbeitet, Inhalte von Schulpartnerschaftsverträgen erörtert und Qualitätskriterien für solche Schulpartnerschaften festgelegt. Außerdem wurden Themenbereiche wie Zukunftskonzepte, Mobilität, Energie, Wasser, Biodiversität, Stadtentwicklung und Architektur sowie Literatur als Querschnittsthemen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung diskutiert. Möglichkeiten einer Implementierung dieser Themenbereiche in die Schulcurricula der UNESCO-Projektschulen wurden erörtert.

In einem gemeinsamen Abschlussplenum stellten Lehrkräfte und Koordinatoren einerseits sowie Schülerinnen und Schüler andererseits ihre Arbeitsergebnisse vor, letztere in Form einer Kunst-Performance im Außenbereich der Tagungsstätte. Ein substanzielles Ergebnis des Workshops war die Gründung eines kleinen Netzwerkes von neun UNESCO-Projektschulen aus sieben Ländern, darunter auch das Gymnasium Lüchow:

 

Tripoli/Libanon

Manama/Bahrain

Ibri/Oman

Bagdad/Irak

Kopenhagen/Dänemark

Rabat/Marokko

Lüneburg/Deutschland

Lüchow/Deutschland

Aschersleben/Deutschland

Weitere Ergebnisse des Workshops in Barka/Oman

Die Schülerin Dorothee Gotthard hat im Anschluss an den Workshop im Seminarfach eine Hausarbeit zum Thema „Oman – Nachhaltige Wassernutzung in einem Wüstenstaat?“ geschrieben. Nach der Definition des Begriffs „Nachhaltigkeit“ sowie der Beschreibung der klimatischen Bedingungen in Oman werden drei gängige Methoden der Wasserversorgung einer kritischen Analyse unterzogen:

Das traditionelle Falaj-System – ein System von Stollen und Kanälen, vergleichbar dem iranischen Qanat-System, mit dem seit Jahrhunderten Wasser aus dem regenreicheren Gebirge Omans in die Tal- und Küstenoasen geleitet wird. Das Falaj-System wurde als Welterbe der UNESCO anerkannt und vor Ort besichtigt.

Die Meerwasserentsalzung ist eine energie- und kostenintensive Methode der Trinkwassergewinnung mit einem Energieeinsatz von rund 60 Litern Heizöl, um einen Kubikmeter Trinkwasser zu gewinnen. Dazu kommt das Problem der konzentrierten Salzlake als Abfallprodukt.

Das Muscat Wastewater Project – basierend auf der Membran-Bioreaktoren-Technologie. Die Kläranlage soll bis zu 80000 Kubikmeter gereinigtes Abwasser pro Tag liefern, das u.U. sogar als Trinkwasser genutzt werden kann, zumindest aber für Bewässerungszwecke.

Interessant sind auch die Zitate der Schülerinnen und Schüler aus dem Oman, die von Dorothee noch vor Ort zur Wasserproblematik befragt worden waren.

 

Im Prüfungsfach Geographie (Zentralabitur 2010) lautet das Thema des zweiten Semesters „Entwicklungsbedingungen in Trockenräumen Nordafrikas und Vorderasiens“. Die beiden Teilnehmerinnen des Workshops in Oman sitzen in zwei unterschiedlichen Geographie-Kursen mit zusammen 36 Schülerinnen und Schülern. Beide Kurse hatten am 09.02.2009 eine Diskussion mit der Schülerin Mariam aus Bahrain, die ebenfalls am Workshop in Oman teilgenommen hatte und deren Großeltern mütterlicherseits in der Nähe von Lüchow wohnen. Sie steht weiterhin in engem Kontakt zu Nadja und zu Dorothee. Die deutschen Schülerinnen und Schüler waren sehr interessiert und hoch motiviert, etwas aus erster Hand über Bahrain, die Lebensbedingungen dort und das politische Umfeld (Saudi-Arabien und Iran) zu erfahren. Die Gesprächsatmosphäre war sehr positiv, die Ergebnisse waren substanziell.

Im Februar 2009 wurden die Ergebnisse des Workshops in Barka/Oman im Rahmen eines Forums der UNESCO-Projekt-Schulen auf der Bildungsmesse Didacta in Hannover einem interessierten Publikum vorgestellt. Die Resonanz war sehr positiv.

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