bv Lüchow. Ein Hauch von Frankreich wehte vor Kurzem durch die Klassenräume des Gymnasiums Lüchow. Mit dem France-Mobil machte ein besonderes Sprach- und Kulturprojekt halt an der Schule – und brachte nicht nur Spiele, Würfel und Bingo mit, sondern vor allem viel Begeisterung. In Gestalt der charmanten, aber auch resoluten Französin Juliette Rock tauchten die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen spielerisch in die französische Sprache ein. Organisiert hatte den Vormittag Lehrerin Stephanie Junghans.
Die 28-jährige Juliette Rock, die aus Nancy stammt, gestaltete den Unterricht lebendig und interaktiv. Mit kleinen Sprachspielen mit einem großen Würfel, einem Französisch-Bingo und einem Musikrätsel animierte sie die Kinder zum Mitmachen. Hemmungen, eine fremde Sprache zu sprechen, waren schnell vergessen. Die Klassen machten konzentriert, neugierig und mit sichtbarer Freude mit. Und lernten eine Menge über ihr Nachbarland, etwa, dass der Unterricht jeden Tag von 8 bis 17 Uhr dauert und die Schulstunden 55 Minuten lang sind.
Es ging harmlos los mit sportlichen Aufwärmübungen auf Französisch. Dann musste Kimberley berichten, wer sie ist und was sie mag. „Je m‘apelle Kimberly, je n‘aime pas le Brokkoli , j‘aime le foot et des Crêpes.“ Zu Deutsch: „Ich heiße Kimberly, mag keinen Brokkoli, dafür Fußball und Pfannkuchen.“ So ging es reihum. Eingebettet in ein Würfelspiel, musste Annie als Erste einen Zungenbrecher nachsprechen: „Tonton, ton thé t’a-t-il ôté ta toux?“, zu Deutsch: „Onkel, hat dein Tee deinen Husten geheilt?“
Am Ende gab es ein originelles Musikrätsel, wo derjenige aufstehen durfte, der einen Begriff heraushörte – Gitarre, Pinguin, Kaffee, was erstaunlich gut klappte.
Für einige kam der Besuch völlig überraschend. Kimberly (12) erzählt: „Ja, ich dachte eigentlich, wir haben einfach Ausfall. Auf dem Stundenplan stand ja nur ein Raum. Ich dachte erst, da ist irgendwas anderes.“ Umso größer war dann die Freude: „Es war schon eine Überraschung – und richtig cool.“
Auch Annie (11) aus der 6b zeigte sich begeistert: „Super. Eigentlich hat mir einfach alles gefallen.“ Ähnlich empfand es Tayeb (11): „Ich fand, das war heute richtig gut. Ich fand auch cool, dass wir so viele Sachen gemacht haben. Und dass man sich so gut mit ihr verständigen konnte.“
Gerade dieser Punkt sorgte für Staunen. Denn im Vorfeld hieß es, Juliette Rock spreche ausschließlich Französisch. „Das hat mich überrascht“, sagt Martha. „Dass sie dann doch so gut Deutsch konnte.“ Vielleicht gaben sich die Schülerinnen und Schüler gerade deshalb besonders viel Mühe, aufmerksam zuzuhören und aktiv mitzumachen.
Auch Joris aus der sechsten Klasse war beeindruckt: „Ich fand es richtig cool, von einer echten Französin dieses flüssige Französisch zu hören. Und der Zungenbrecher war auch richtig cool.“
Juliette Rock selbst genießt diese Momente besonders, wie sie im kurzen Gespräch erzählt. Sie hat in Nancy Deutsch studiert und dort einen Masterabschluss in Literatur und Zivilisation erworben. „Ich arbeite für das Deutsch-Französische Jugendwerk für ein Jahr“, erklärt sie. Wie es danach weitergeht, weiß sie noch nicht. Die Arbeit mit den Kindern aber begeistert sie: „Ich liebe es, wenn ich ganz am Ende verrate, dass ich auch Deutsch kann“, sagt sie lachend. „Das ist sehr lebendig hier, sehr cool. Die machen unheimlich gut mit.“
Das France-Mobil verfolgt genau dieses Ziel: junge Menschen früh und niedrigschwellig für die französische Sprache und Kultur zu begeistern.

