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Gymnasium Lüchow
Schulweg 2
29439 Lüchow (Wendland)
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Wir, das Seminarfach von Herrn Haase-Mühlner, spezialisiert auf Wölfe und Raubtiere aller Art haben uns auf den Weg nach Bilbao gemacht. Bilbao ist eine Stadt mit etwa 350.000 Einwohnern, im Norden Spaniens, im stolzen Baskenland. Am Freitag fuhren wir um 6!!! Uhr in Lüchow los, um 12.15 Uhr ging schließlich der Flieger in Hamburg und den wollten wir ja nicht verpassen. Am Flughafen trafen wir dann auch Adam, den polnischen Lehrer von unserer Partnerschule aus Polen, dem Lyceum Oborniki, der uns die Woche ebenfalls (jedenfalls meistens;)) begleitet hat. Unsere Fahrt nach Bilbao startete gut, denn nach unserer Ankunft stellten wir überrascht fest, dass wir gerade zur Zeit des großen Stadtfestes in Bilbao gelandet waren. Die ganze (!!!) Stadt war auf den Beinen, viele hundert Bühnen mit Musik und Tanz, sportliche Wettkämpfe und Mitmachstationen lockten uns sowohl in die moderne, breit angelegte Neustadt als auch in die verwinkelte mittelalterliche Altstadt mit ihren schmalen Gassen und kleinsten Kneipen. An den Abenden gab es gab es sogar ein riesiges Feuerwerk. So sahen also die ersten Tage aus, in dieser besonderen Stadt mit „Guggenheim-Effekt“!
Dann wollten wir aber raus aus der Stadt, wir haben uns in einen Zug gesetzt und sind zum Strand an die zerklüftete Atlantikküste gefahren. Der Nahverkehr ist für uns Deutsche überraschend gut ausgebaut, die Züge waren pünktlich, fuhren regelmäßig und an jeder noch so kleinen Station gab es Schaffner und Sicherheitsmenschen. Als wir aussteigen wollten, wurde uns das allerdings zum Verhängnis. Unser Ticket funktioniert bei zweien nicht mehr und der Sicherheitsmann nahm seine Aufgabe sehr ernst. Allerdings konnte er (scheinbar landestypisch) kein Englisch und hat mit einer beeindruckenden Sturheit spanisch auf uns eingeredet (das kam uns alles spanisch vor und wir verstanden nur Bahnhof, höhöhö). Nach minutenlangen verzweifelten Versuchen uns verständlich zu machen, haben wir den Sicherheitsmann dann abgelenkt und die zwei sind außen über den Zaun geklettert. Nach dem entspannten Strandtag (an dem uns die Flut zum Rückzug zwang) haben wir dann in den folgenden Tagen weiter die Stadt erkundet, wir sind auf erstaunliche Bauwerke gestoßen und haben natürlich auch das weltbekannte Guggenheim-Museum von außen und innen betrachtet. Es gab noch einen gemeinsamen Tagesausflug, wir sind mit dem Bus durch das wirklich grüne und sehr bergige Baskenland gefahren, alle Schilder waren grundsätzliche zweisprachig beschriftet, was faszinierend ist, weil baskisch wirklich gar nichts mit irgendeiner uns bekannten Sprache zu tun hat. Es ging nach San Sebastian, ebenfalls wunderschön und mit einem der weltweit berühmtesten Stadtstränden ausgestattet.
Gegen Ende der Woche besuchten wir auch noch dieBiskaya-Brücke, das ist eine Schwebefähre aus dem Jahr 1893 und damit die älteste der Welt! Vor allem aber ist sie aber als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt und damit als Fotomotiv für unsere Schulwebsite zulässig. Es wurden also fleißig Fotos gemacht. Danach sind wir für den geringen Preis von 50 Cent mit ihr dann auch über den Fluss gefahren, die Schwebefähre ist nämlich immer noch in Betrieb.
Das ungeschlagene Highlight der Seminarfahrt war aber natürlich die problemlose Heimreise, wir haben die Strecke Hamburg-Lüneburg in nur 4 Stunden geschafft, es gab einen längeren Aufenthalt im Hamburger Hauptbahnhof, nachdem drei Züge hintereinander einfach ausgefallen sind und der vierte eine halbe Stunde später kam. Trotz der holprigen Rückreise war es aber eine sehr schöne Seminarfahrt, auch dank Adam, der uns oft mit Rat und Reiseführer beiseite stand, wenn er nicht gerade wieder verschwunden war.
Studienfahrt des Seminarfachkurses sf3 nach Málaga mit Herrn Waldeck (Kursleiter) und mit Herrn Dr. Bartholomai vom 22. bis zum 27.09.2018 mit UNESCO-Zielen in Andalusien
Samstag, 22.09.2018
Fahrt im Reisebus (Firma Irro) von Lüchow zum Flughafen Fuhlsbüttel. Abflug mit „Norwegian“ nach Málaga um 10:25 Uhr. Ankunft in Málaga gegen 14:15 Uhr. ? Zertifikat über die CO2-Kompensation für Hin- und Rückflug. Fahrt vom Flughafen in die Stadt mit der Regionalbahn. Nachmittags erster gemeinsamer Stadtrundgang zur Orientierung in Málaga.
Sonntag, 23.09.2018
Morgens Besuch des Kunstmuseums „Museo Thyssen Bornemisza“ in der Altstadt, Führung durch Herrn Dr. Bartholomai – Eintritt für die Schülerinnen und Schüler frei. Gegen 16:00 Uhr Besichtigung der alten arabischen Burg Málagas und Fußweg zum Aussichtspunkt Gibralfaro (mit Blick über Stadtlandschaft und Küste). Eintritt am Sonntagnachmittag frei.
Montag, 24.09.2018
Ganztägige Busexkursion nach Córdoba. Abfahrt gegen 8:30. Fahrt durch die ausgedehnten Oliven-Monokulturen in Andalusien. In Córdoba Besichtigung der Mezquita-Catedral (ehemalige Moschee der Mauren = UNESCO-Welterbe). Führung der Gruppe durch die ehemalige Moschee durch Herrn Waldeck mit Audio-Equipment ab 11:30. Anschließend Besichtigung der Altstadt mit ihren engen Gassen und mit sehenswerten Innenhöfen (ebenfalls UNESCO-Welterbe) in Kleingruppen. Rückkehr nach Málaga gegen 19:00 Uhr.
Dienstag, 25.09.2018
Fahrt mit der Regionalbahn (RENFE) von Málaga nach Fuengirola. Besichtigung des Badeortes an der Costa del Sol mit Yachthafen, Altstadt, Stränden und mit arabischer Burgruine. Dokumentation typischer Erscheinungsformen des so genannten Massentourismus-Syndroms (BNE-Schwerpunkt) mit Ansätzen einer Aufwertung der Altstadt.
Mittwoch, 26.09.2018
Ganztägige Busexkursion zum Karstgebiet des Torcal de Antequera. Diese Felsformationen der Sierra Subbética in mehr als 1200 m Höhe gehören zum Welterbe der UNESCO. Wegen des dichten Nebels sehen wir zunächst einen Film zur Entstehung des Gebietes im Informationszentrum. Dann unternehmen wir aufgrund der Witterung nur eine einfachere, etwa einstündige Wanderung durch die beeindruckenden Gesteinsformationen. Anschließend Weiterfahrt zur sehenswerten Altstadt von Antequera mit ihren weiß getünchten Häusern, den engen Gassen aus der maurischen Zeit und den ausgedehnten Dachlandschaften. Hier besichtigen wir die alte arabische Festung (Alcazaba). Vom höchsten Turm haben wir einen weiten Blick auf die Stadt und auf die Umgebung, also auch auf eine isolierte Felsformation in Form eines gigantischen, liegenden Kopfes (Monolith) – ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes.
Donnerstag, 27.09.2018 – frühmorgens Rückflug von Málaga nach Hamburg
Raus aus dem Flieger, rein in die Wärme. Stolze 37° schlugen uns entgegen, als wir, der Seminarkurs von Frau Lüttich (Thema: Kolonialismus und Imperialismus), im sonnigen Sevilla auf den Flughafen traten. Angespannt und voller freudiger Erwartung nahmen wir das Gepäck entgegen und erlebten während der Busfahrt in Richtung unserer Unterkunft die erste Begegnung mit der wunderschönen Innenstadt. Nach der Ankunft im Hostel hatten wir die Gelegenheit, die Altstadt zu Fuß zu erkunden. Am späten Nachmittag erreichte der erste Tag seinen Höhepunkt: der Besuch des berühmten Plaza de Espana, erbaut im frühen 20. Jahrhundert. Nach einer Zeit des Verweilens an diesem wunderbaren Ort beschloss ein Spaziergang entlang weiterer schöner Plätze und Palacios den Tag.
Am Sonntag kamen wir in den Genuss einer professionell geführten Tour durch den Real Alcázar, den wunderschönen Königspalast, sowie durch die Kathedrale, die das drittgrößte christliche Gotteshaus der Welt darstellt. Die schiere Größe, aber auch die kunstvolle und wertvolle Ausstattung (gewaltige, vergoldete Altäre, dunkle Gemälde, zwei große Orgeln sowie das Grabmal des Christoph Columbus) überwältigten uns.
Das Programm des nächsten Tages begann mit einer Busfahrt Richtung Küste – Ziel: die wunderschöne Küstenstadt Cádiz. Nach einem kleinen Rundgang um die historische Altstadt besichtigten wir auch hier die Kathedrale, in der wir neben der beeindruckenden sakralen Ausgestaltung auch eine Ausstellung zur Geschichte des Bistums zu sehen bekamen, wobei es im Ermessen des einzelnen liegt, ob ein Gotteshaus mit solch einer Attraktion (inklusive Shop) belastet werden muss. Jeder Tag unserer Exkursion endete mit mehreren Stunden Zeit zur freien Verfügung, doch der Montag bot hinsichtlich Entspannung von Hochkultur etwas Besonderes: nach einer angenehmen Katamaran-Fahrt durften wir am Strand von El Puerto de Santa María baden und uns ausruhen, wobei zwei aus unseren Reihen eine Stadtbesichtigung dem Strand vorzogen – Kultur also auch in der Freizeit (wie übrigens auch schon am vorangegangenen Tag, als fünf Schüler Sevillas Stierkampfarena besichtigten).
Die Kette von Überwältigungen durch schöne Bauwerke riss auch am Dienstag nicht ab. Per Bus ging es nach Córdoba, eine ebenfalls mit einem schönen historischen Kern gesegnete Stadt. Das Hauptaugenmerk jedoch lag eindeutig auf der Mezquita, der ehemaligen Moschee und jetzigen Kathedrale der Stadt. Die Verschmelzung von muslimischer und christlicher Architektur und Kunst in ihrer höchsten Vollendung berührte die Seele.
Der Mittwoch war der spürbare Ausklang dieser schönen Studienfahrt mit einer schönen und lustigen Kajaktour. Doch zuvor hatten wir die Gelegenheit, uns im sogenannten Indianerarchiv (auch: Indienarchiv) mit spanischer Kolonialgeschichte und speziell dem Handel mit der Neuen Welt zu beschäftigen, wie es ja unserem oben genannten Kursthema entspricht. Den Ausklang des Tages bildete der gemeinsame Besuch einer Tapasbar, in der Schüler und Lehrer bei lustigen Gesprächen und interessantem Informationsaustausch einige Stunden verweilten.
Die Nacht war kurz, denn bereits früh am Morgen ging es zurück ins kalte, nasse Deutschland, das trotz seiner Schönheit mit den gerade aufgenommenen Eindrücken aus dem Süden nicht mithalten konnte.
Am Ende waren sich wohl alle einig: diese Studienfahrt wird uns allen lange positiv in Erinnerung bleiben. Wir haben viel erlebt und gelernt, wurden begeistert und haben viel gelacht, und das alles nicht zuletzt ermöglicht durch die intensive und detailverliebte Vorbereitung unserer Fachlehrerin Frau Lüttich sowie der zusätzlichen Betreuung durch die ebenfalls engagierte Frau Schöning – Ihnen beiden an dieser Stelle noch einmal vielen Dank!
Thore Stübner
China- ein Land mit endlosen Weiten und überfüllten Städten, mit reichen Leuten und ärmlichen Gegenden, wir haben viel gesehen und doch bietet China noch so viel mehr.
Im Rahmen eines Austauschs hat das Seminarfach „China“ des 12.Jahrgangs des Gymnasiums Lüchow die Reise in das ca. 7500 km weit entfernte Land gewagt. Am 17.09.2017 starteten 12 Schüler/innen und fünf Erwachsene, darunter die Lehrer Herr Haase-Mühlner und der Schulleiter Herr Dr. Bartholomai, sowie der Ehrenbürgermeister Karl-Heinz Schultz in die „Kleinstadt“ Pujiang, welche in der Provinz Sichuan liegt. Der Austausch wurde aus Mitteln der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) des Auswärtigen Amtes gefördert.
In den 10 Tagen, die wir in China waren, haben wir unglaublich viel erlebt. Dinge, die ein normaler Tourist wahrscheinlich nicht so hätte erlebe können. Die chinesische Partnerschule hat für uns ein durchgeplantes und vor allem sehr abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Wir haben an einem Kalligraphie- und einem Keramikkurs teilnehmen können, mehrere Schulformen besichtigt, waren in einem Panda-Reservat, besuchten mehrere Altstädte und durften nicht nur die kulturelle und landschaftliche, sondern auch die kulinarische Vielfalt bewundern.
Diese ist uns unteranderem auch besonders im Gedächtnis geblieben- das sehr scharfe Essen war dann doch nicht für Jedermann geeignet und wir waren froh, dass meist in Form von mildem Essen auf uns geachtet wurde.
Eine weitere Besonderheit waren die aus unserer Sicht sehr langen Unterrichtszeiten. Die chinesischen Schüler waren von 7:10 Uhr bis 22:20 Uhr in der Schule und haben gelernt. Dazu gehört eine Menge Ehrgeiz und Disziplin. Werte, die in China nicht nur an den Schulen eine leitende Rolle spielen. Auch der Sport oder einfach das „Fit-sein“ steht in China an hoher Stelle. Beeindruckend war zum Beispiel, das etliche Menschen, egal ob jung oder alt abends auf einem großen Sportplatz ihre Runden auf der Tartanbahn entweder gelaufen oder größtenteils einfach gegangen sind. Auch die Basketball- und Fußballplätze waren jeden Abend voll besetzt, dasselbe gilt auch für aufgebaute Sportgeräte, die sogar Erwachsene nutzten. Die Energie, die abends in der Innenstadt stets spürbar war, war unglaublich. Auf mehreren großen Plätzen wurde beispielsweise jeden Abend gemeinsam getanzt. Ganz ungezwungen! Jeder konnte mitmachen und versuchen den Schritten, der Vortänzer/innen zu folgen. Eine wirklich belebende und spaßige Erfahrung.
Das Einzige, was wir wohl alle als etwas unangenehm empfunden haben, war die ständige Beobachtung unter der wir den Tag über gestanden haben. Bei unseren Ausflügen waren grundsätzlich immer zwei Englischlehrer, zwei Dolmetscherinnen, eine Fotografin und eine Ärztin anwesend. Meist kamen dazu an den jeweiligen besuchten Orten noch weitere Personen sowie Fotografen. Wir durften eigentlich nie vom Plan abweichen, obwohl wir an manchen Orten gerne einmal angehalten hätten oder noch etwas länger geblieben wären.
Trotzdem kann man die Chinesen als sehr zuvorkommend, bedacht und im Allgemeinen sehr aufgeschlossen bezeichnen. Bei Problem haben sie sich immer unumwunden gekümmert und versucht die bestmögliche Lösung zu finden.
Wir sind sehr dankbar für die zahlreichen Spenden verschiedenster Geschäftsleute und Unternehmen aus Lüchow und Umgebung, die uns die Reise unteranderem mit ermöglicht haben. Um unsere Dankbarkeit zu zeigen werden wir einen „chinesischen Abend“ ausrichten.
Abschließend können wir mit gutem Gewissen sagen, dass sich die Reise gelohnt und uns ungemein bereichert hat. Auch in Hinsicht darauf, dass wir nun mit einem ganz anderen Blick auf China schauen können. Wir freuen uns auf den baldigen Rückbesuch sehr und hoffe den chinesischen Austauschschülern einen ähnlich facettenreichen Aufenthalt bieten zu können.
Charlotte Meyer/ Lynn Goldmann 12.Jahrgang
Im Zusammenhang mit unserer Reise ins Baltikum mit dem Seminarfachkurs von Herrn Haase-Mühlner, haben wir die schöne Stadt Riga besichtigt. Am ersten Tag als wir gegen Nachmittag unsere Hotelzimmer bezogen haben und uns in unseren kleinen Zimmern ausgebreitet haben, sind wir als Gruppe zusammen in die Innenstadt gefahren. Da kein Programm für den Abend weiter anstand, durften wir in kleinen Gruppen selbst die Stadt etwas erkunden. Die ersten Blicke suchten gierig nach Restaurants oder anderen in der Nähe gelegenen Möglichkeiten, um den leeren „Reise-Magen“ mit leckeren Speisen der dort typischen Küche zu füllen.
Am ersten Tag in der Stadt blieben unsere Blicke eher auf die im Erdgeschoss liegenden Geschäfte und weniger auf das restliche Mauerwerk der Gebäude. Für die eigentlich schönen Bauwerke und verschönerten Hauswände bekamen wir erst am nächsten Tag intensiv mit. Bei einer Führung durch die Innenstadt von unserer Reiseleiterin, die ihre Begeisterung für den dort in großen Maßen ausgelebten „Jugendstil“ mit uns teilte. Vor allem die Fassaden, die fast alle im „Jugendstil“ von Architekten meisterhaft gestaltet wurden, machen die Innenstadt von Riga zu einem UNESCO-Weltkulturerbe. Keines der dort aneinander gereihten Häuser gleicht dem anderen, immer wieder wurden die verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten genutzt, um diese einzigartige Atmosphäre von den Häusern zu präsentieren. Es ist nahezu ein Wunder, dass wir die Fassaden heute noch betrachten können, denn während der Sowjetischen Zeit fehlte es an Geld und Material, um die aus dem 20. Jahrhundert stammenden „Jugendstil“-Fassaden zu restaurieren. Zum Glück fehlte es aber gleichermaßen auch an Kapital, um die Gebäude abreißen zu lassen. Somit ist ein sehr großer Teil der Gebäude nach 1990 restauriert worden und kann somit von uns bestaunt werden.
Die Führung war ohne Zweifel lehrreich, informativ und hat uns für den Blick auf den „Jugendstil“ sensibilisiert. Aber nicht nur der „Jugendstil“ zeichnet die Stadt aus, sondern auch die kleinen Nebengassen und altertümlichen Häusern, die für eine besonderen Charakter haben. Nur leider haben wir uns viel zu lange vor den einzelnen Gebäuden aufgehalten und haben viel zu lange drüber gesprochen, so dass nach 4 Stunden der größte Teil der Gruppe dankend erlöst wurde. Dennoch können wir einen Spaziergang durch Riga nur empfehlen, denn außer dem „Jugendstil“ gibt es auch noch sehr viele andere Interessante Bauwerke. Und wenn man einmal einen Blick vom Kirchturm über die ganze Stadt schweifen lässt, dann kann man staunend feststellen, dass Riga mit Abstand die schönste Stadt ist, die wir auf unsere Fahrt besichtigen konnten.
Jakob & Johannes
Auf unserer Kursfahrt ins Baltikum besuchten wir als zweiten Ort die Stadt Vilnius. Vilnius ist die Hauptstadt von Litauen mit einer Fläche von circa 400km² und ungefähr 537.000 Einwohnern (Stand 2013). Was zuerst an Vilnius auffällt, sind die schönen Gebäude, die gerade in der Altstadt sehr stark zu bewundern sind. Die Stadt bietet einen starken Kontrast von alter Stadt und alten Gebäuden zu höchster Modernität. In Vilnius sind uns im Vergleich zu dem zuvor besuchten Ort erstmals die Folgen der Globalisierung aufgefallen. Wir lernten eine moderne Stadt mit alter und sehr vielseitiger Kultur kennen. In der Altstadt, die außerdem zum Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde, befindet sich eine der beliebten Sehenswürdigkeiten: die klassizistische Erzbischöfliche Kathedrale, die auf dem Kathedralenplatz steht. Hinter dieser Kirche findet man, weiter entfernt auf einem Berg, das "Symbol der Stadt" - den Gediminas-Turm, der damals zur Verteidigung der Kreuzritter diente. Generell sind bei einem Spaziergang durch Vilnius viele Kirchen zu entdecken. Eine von diesen Kirche ist die St. Anna-Kirche, die auch als "Perle der Gotik" bezeichnet wird. Als Symbol für die Geschichte und die Persönlichkeit der Stadt, gilt das "Tor der Morgenröte", welches das letzte dort erhaltene Stadttor ist. Oben im Tor befindet sich die "Schwarze Madonna", die als eines der Hauptsehenswürdigkeiten in Vilnius gilt. Am Präsidentenpalast erfuhren wir viel über die Persönlichkeit und den Nationalstolz der Litauer, die über mehrere Jahre hinweg für ihre Unabhängigkeit gekämpft hatten. Abschließend können wir sagen, dass wir die Reise nach Vilnius und generell das Baltikum als eine Bereicherung gesehen haben, da wir dadurch die Möglichkeit hatten, diese ganz andere Kultur kennenzulernen. Außerdem war es interessant ein Land zu erleben, welches so viel Nationalstolz besitzt und so großen Wert auf seine Unabhängigkeit legt, wie Litauen.
Unser letztes Reiseziel steuerten wir mit einer kurzen Fahrt auf der Fähre an. Nida hieß der kleine und unserer Meinung nach schönste Ort, unserer Reise. Die kleinen alten Fischerhäuschen verliehen dem Ort eine heimelige und charmante Atmosphäre, in der wir uns sehr wohlfühlten.
In unserem Bus befand sich bereits unsere Reiseführerin, welche wir schon aus Klaipeda mitnahmen und welche uns am ersten Tag unserer Reise durch Klaipeda führte. Bei einer etwas holprigen Fahrt erzählte sie uns dann etwas über die kurische Nehrung.
Die kurische Nehrung ist eine schmale, fast hundert Kilometer lange Landzunge. Das ,,jüngste Stück“ Litauens gehört seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO und wird gern als ,,lang gestreckter Sandkasten“ bezeichnet. Besonders angetan waren wir von der Legende über die Entstehung der kurischen Nehrung: Diese besagt, dass eine Fischersfrau ein Baby aus einem Boot schreien hörte und das kleine Wesen mit zu sich nach Hause nahm. Das kleine Mädchen taufte sie Neringa, welche nach einer gewissen Zeit zu einer Riesin heranwuchs. Sie hatte ein gutes Herz und wollte den Fischern bei ihrer Arbeit behilflich sein, da die Wellen die kleinen Fischerboote umrissen. Durch ihre Stärke konnte die Riesin die Boote an eine ruhige Stelle tragen, damit die Fischer ihrer Arbeit nachgehen konnten. Um eine langzeitige Lösung zu finden, schüttete Neringa Sand auf eine Stelle im Meer, welcher eine Blockade für die Wellen bieten sollte. Sie selbst, der Wind und die Wellen verteilten den Sand bis sich eine langgezogene Insel auftat. Die Nehrung erhielt ihren Namen jedoch durch ein baltisches Volk, die Kuren.
Erstaunlich war, dass einzelne Ortschaften vom 15. bis zum 17. Jahrhundert unter Sand begraben wurden. Dies war eine Folge der Abholzung, wodurch Sandmassen sich in Bewegung setzten und eine Umsiedlung stattfand.
Im 20. Jahrhundert gehört das Gebiet der kurischen Nehrung zu Ostpreußen und somit auch zu Deutschland. Der erste Weltkrieg teilte jedoch die Nehrung, womit im Zweiten Weltkrieg die Herrschaft über das Gebiet unter die Sowjetunion fiel und dies folglich unter der russischen und der litauischen Sowjetrepublik aufgeteilt wurde. Darauf wies uns unser Lehrer bereits hin, als es um die Kostenvermeidung bezüglich des Telefonierens ging, da wir nicht weit von Russland entfernt waren.
1961 wurde der Ort schließlich nach der Riesin aus der Legende benannt, für uns ist der Ort unter dem Namen ,,Nida“ bekannt.
Als wir dann aus dem Bus ausstiegen, um einen Rundumblick über die kurische Nehrung zu erlangen, entsprach das Wetter leider nicht unseren Vorstellungen und wir mussten bei Wind und Regen hinauf auf einen Aussichtspunkt, von wo man einen wunderschönen dennoch vernebelten Blick auf die Dünen hatte.
Durch die damalige Sandmassenbewegung, entstanden zudem Wanderdünen und wir konnten in Nida die größte Düne Europas betrachten. Dies war für uns überraschend, da wir mit solch großen Dünen nicht gerechnet haben. Am Abend fielen wir dann müde und erschöpft von den Eindrücken und vor allem von der langen Fahrt in unser Bett, in der wohl schönsten Pension, der ganzen Reise.
Besonders beeindruckt waren wir bei einem Spaziergang am nächsten Tag bei Sonnenschein von der äußerst faszinierend Strandpromenade.
Auch die handwerklich aufwendigen Skulpturen auf dem Hexenberg, welche wir am letzten Tag bestaunten hatten eine einschüchternde Wirkung auf uns. Der Berg bot eine sehr mystische Atmosphäre, aber auch das Gefühl sich nicht mehr in der heutigen Zeit zu befinden, sondern in ein Stück Vergangenheit eingebunden zu sein.
Insgesamt waren wir überwältigt von der Schönheit des kleinen Ortes, welcher uns sehr an zu Hause erinnerte.
Am Sonntag, den 25. September 2016, haben wir uns als Seminarfachkurs „Menschenrechte“ des 12. Jahrgangs des Gymnasiums Lüchow zusammen mit unseren Lehrkräften Frau Lüttich und Frau Gardocki über Berlin auf den Weg nach Krakau gemacht und sind dabei auf den Spuren der jüdischen Geschichte gewandelt.
Nach unserer Ankunft in Berlin durften wir das Haus der Wannseekonferenz besuchen und bekamen eine interessante Führung durch die Gedenkstätte, welche unserer Fahrt einen guten thematischen Einstieg ebnete. Anschließend konnten wir noch etwas das schöne Wetter am Wannsee genießen, bevor es dann zum gemeinsamen Abendessen in die Jugendherberge ging.
Am Montag besuchten wir einen Workshop zum Thema „Antisemitismus heute“, der im jüdischen Museum in Berlin stattfand. Nach dem praktischen Teil bekamen wir noch eine Führung durch das Museum und hatten danach noch etwas Zeit, uns auf eigene Faust umzuschauen. Die freie Zeit, die wir im Anschluss hatten, nutzten wir dann hauptsächlich zum Besorgen von Verpflegung für die bevorstehende nächtliche Busfahrt von Berlin nach Krakau.
Nach unserer Ankunft am Dienstagmorgen in Krakau waren wir alle etwas geschafft von der langen Busfahrt, trotzdem aber auch voller Vorfreude und Neugier auf die bevorstehende Zeit in Polen. Kurz wurden die Reisetaschen im Hotel abgestellt, bevor es zur Stadtführung durch das wirklich sehr schöne Krakau ging. Während uns die Altstadt mit all ihren Geschichten näher gebracht wurde, verzog sich langsam der morgendliche Nebel und die Temperaturen wurden angenehmer. Den Nachmittag, der zur freien Verfügung stand, nutzen wir alle, um erst einmal richtig in unserem Hotel anzukommen. Abends machten wir uns dann alle zusammen zu einem Highlight dieser Fahrt auf, dem jüdischen Essen. Nicht nur das Essen hat sehr gut geschmeckt, auch war die Livemusik eines Trios, das aus Vater und seinen zwei Söhnen bestand, sehr beeindruckend.
Am Mittwoch lernten wir speziell das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz kennen und besuchten am Nachmittag die Multimedia-Ausstellung „Krakau während der Besetzung 1939-1945“ in der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler.
Am Donnerstag stand dann die Fahrt nach Auschwitz an. Über den Tag besichtigten wir „Auschwitz I – Stammlager“ und „Auschwitz II – Birkenau“. Die Eindrücke und geschichtlichen Hintergründe vor Ort haben uns alle sehr betroffen gemacht.
An unserem letzten Tag in Krakau genossen wir das sommerliche Wetter bei einer Bootsrundfahrt auf der Weichsel. Anschließend hatten wir Zeit zur freien Verfügung, die zum Verpflegung kaufen, Sushi essen oder auch zu vielen anderen Dingen genutzt wurde. Abends ging es dann wieder mit dem Nachtbus von Krakau zurück nach Berlin.
Am Sonntag sind wir vormittags gemeinsam mit dem Zug in Salzwedel angekommen. Wir hatten eine sehr schöne Woche, in der wir viel gelernt und neue Erfahrungen gesammelt haben, die uns alle beeindruckten.
Dass wir das alles erleben durften lag auch an der großzügigen Unterstützung seitens des Lions Clubs, dem wir dafür als gesamter Kurs unseren herzlichen Dank aussprechen möchten!
Katharina Kühn, 12. Jahrgang